Die geliebte Unvollkommenheit

Vier Säulen säumen eine grosse Marmorplatte. Ein paar alte Mosaike zieren den Weg zu diesem Ort. Es ist ein wahrlich beeindruckender Tag, denn ich bisher erlebt habe. Doch hier scheint etwas besonderes vor sich zu gehen. Meine innere Stimme sagt mir schau nach, und so tue ich es auch.

Die Gebete eines Pilgers

Pilgern ist beten mit den Füssen, so heisst es doch. Dennoch ist es mir wichtig meine Hoffnung und Gedanken mit Worten an Gott zu richten. Dabei nehme ich mir kleine Routinen als Ausgangspunkt des Gebetes. Ein paar Varianten habe ich in diesem Text einmal schriftlich festgehalten. Vielleicht ermutigt es auch dich, den Alltag zum Gebet zu machen.

Im Osten nichts Neues

Die Füsse tun weh. Der Schmerz zieht sich vom Fussballen bis in den Oberdchenkel, aber erst wenn man sitzt oder sich hinlegt. Ein Blick in Gedanken zurück an die ersten Tage hier in der Türkei zeigt, dass ich wieder mächtig unsicher geworden bin beim Pilgern. Es ist wie in den ersten Tagen als der Weg noch weit war. Als müsste ich das Pilgern, nach über vier Monaten laufen, neu erlernen. Verrückt!

Der Tanz mit der Sonne

In jener Nacht schliefen wir im Schatten der alten Ölivenbäume ein. Freilich hatten wir das Zeltdach noch über uns gespannt, dennoch fühlte ich mich unter den ehrwürdigen Ästen sicher und geborgen. Der Mond und die Sterne machten das Ambiente vollkommen. Für eine Nacht aufgehoben in der Schöpfung und hatten unseren Platz gefunden in dem grossen Gefüge - welches wir unsere Welt nennen.

Das gebrochene Halleluja

Das Leben deutet über sich hinaus. Damit meine ich nicht ein Bonuspunkteprogramm für das Himmelreich. Ich spüre es hier auf dem Weg nach Jerusalem besonders intensiv. Vielleicht kennst du es auch, wenn dich ein Glücksgefühl packt, obwohl es äusserlich "nur" um ein Sonnenaufgang geht. Oder du bekommst die Vision einer besseren Welt, nur durch den Blick in die Sterne. Der Pilgerweg ist voller solcher Bilder des Lebens, die mir zeigen, das Endliche ist eingebettet in die Unendlichkeit.

Die B/Würde des Stolzes

Wir haben Griechenland nach vielen Kilometern durch den Balkan erreicht. Wir sind tausende Kilometer von unserem Zuhause entfernt und haben es zu Fuss erreicht. Da kann man schon mal stolz auf seine eigene Leistung sein! Oder doch nicht? Gerade im Balkan ist mir das Thema "Stolz" immer wieder begegnet. Wie oft scheitere ich auch an meinem eigenen Stolz und Eitelkeit in meinem eigenen Leben.

Nicht von dieser Welt

Ich sitze hier umringt von Bergen und der Ringmauer des Klosters Studenica auf einer Wiese. Mit jedem Zug atme ich Frieden ein und Hoffnung wieder aus. Dieser Ort ist für mich heilig, denn für dieses Gefühl der Verbundenheit mit Gott und der Welt braucht es nur meine Anwesenheit. Ich muss nicht meditieren oder beten um diesen Frieden zu spüren, sondern er kommt zu mir als wie Geschenk für das ich nichts tun muss.

The bad moon rising

Ich erzähle euch heute eine Geschichte. Ja du hörst richtig. Es ist die Geschichte vom kleinen Ritter Petersen der sich auf den Weg macht um das kleine Pflänzchen Hoffnung in der besonderen Stadt zu finden. Es ist eine wahre Geschichte, nur wenige kleine Kleinigkeiten sind etwas überspitzt dargestellt, doch wer macht das nicht? Alle grossen Könige tun das warum dann nicht auch ich? Wieviel Wahrheit darin zu finden ist, das liegt ganz in dir.

Write your own Story

Nach ein paar Kilometern ging es nicht weiter. Der Weg war zunächst breit verlaufen und endete nun vor einer grünen Wand aus Gestrüpp und Bäumen. Kein Weiterkommen und keine Alternative war zu sehen. Es blieb nur der Weg zurück und die nüchterne Erkenntnis: Wir haben uns verrannt! Wie so oft spiegelt uns der Weg damit etwas von einer inneren Wahrheit, mit der wir konfrontiert werden.

K(l)eine Erleuchtung

Vor dem Start unserer Reise nach Jerusalem habe ich immer gewitzelt, dass ich unterwegs die Erleuchtung finde. Doch nach ca. sieben Wochen am Pilgern habe ich kein Licht gefunden, im Gegenteil, da wo ich Antwort erhoffe sind weitere Fragen dazu gekommen. Auch alles, was ich zu wissen glaube, zeigt mir doch wieder nur, wie wenig ich in Wirklichkeit weiss.