Österreich Teil 2

Der zweite Teil von Österreich führt uns über Linz und Wien bis nach Ungarn. In eher flacherem Gelände entdecken wir immer wieder die Gastfreundschaft der Menschen und die Hilfe der Freunde des Jerusalemways. Hier findest du die Reiseberichte, Bilder und ein paar Fakten der einzelnen Etappen.

Etappenübersicht / Tagebuch

Zu Gast bei Freunden – 373km


22. August – Etappe von Pachfuhrt nach Gols

Über Parndorf und Neusiedl am See

Regina hat uns noch über den Fluss Leitha geführt, von da aus ging es gerade über Felder und Schotterpisten bis zur Autobahn. Als wir die überquert hatten, ging es weiter an unzähligen Windkrafträdern vorbei bis nach Parndorf. Nach einer ausgiebigen Pause ging es in der Nähe der Hauptverkehrsstrasse durch ein Gewerbegebiet mit wenig Schatten. In der Nähe des Outletdorfes waren hunderte Menschen mit riesigen Einkaufstüten unterwegs und wir waren mal wieder der Blickfang aller Leute. Das Gewerbegebiet ging nahtlos in die Stadt Neusiedl über. In dem Ort haben wir dann einen Kaffee getrunken bevor wir uns über einen Hügel entfernen. Dahinter beginnen unendlich grosse Weinberge, die Tausende von Früchten trugen. Damit veränderte sich sofort der Eindruck der Gegend. Vorbei an Weinkellern und einigen Bänken kommen wir nach Gols. Am Anfang des Ortes fragen wir drei Frauen nach einem Zeltplatz. Sie geben uns den Tipp und die Erlaubnis auf dem Sportplatz zu zelten. Dazu bekommen wir Wasser, Speck und Tomaten. Als uns die eine der Damen am Platz absetzt sind noch die Fussballer am trainieren. Also müssen wir noch lange Zeit warten, bis es dunkel ist, bis wir unser Zelt neben den Kabinen aufschlagen. Eine letzte Nacht in Österreich steht uns bevor.

Etappe: 24km / Schritte: 43 200 / Höhenmeter: 45m aufwärts und 20m abwärts

Abschied von Regina

Bei Wolken an Windkrafträdern vorbei

Der Hügel nach Neusiedl am See

Weinberge wohin das Auge reicht

Unser letzter Schlafplatz in Österreich


21. August – Etappe von Wien nach Gallbrunn (mit dem Auto nach Pachfuhrt)

Über Schwechat, Rauchenwarth und Schwadorf

Mit unserem 24h Ticket vom Ruhetag zuvor konnten wir noch mit dem Öv bis an den Stadtrand von Wien fahren. Die Stadt und der laute Verkehr reizten uns gar nicht, dem konnten wir etwas entgehen. Bis Schwechat allerdings war es laut und lärmig, doch dort konnten wir uns Proviant besorgen. Von da in ging es einige Kilometer über Felder entlang des Wiener Flughafens. Die Flieger starteten alle 2min. über unseren Köpfen, sodass von Ruhe keine Rede war. Statt der Hitze war es zunächst mit einem Regen verbunden und später pfiff der Wind über unsere Köpfe. In Rauchenwahrth, einem Ort der so wirkte, wie ich mir Ungarn vorstelle ging es nach einer kurzen Pause weiter. In Schwadorf wollten wir eigentlich übernachten, aber das Gefühl passte nicht. Also wollten wir nach langer Überlegung weiter. Dann kam Regina ins Spiel! Sie hatte mich vor Wochen, als wir frisch in Österreich angekommen waren über Facebook angesprochen und ihre Hilfe angeboten. Wir wollten uns am kommenden Tag mit ihr treffen, doch da wir die Lage unterschätzt hatten nutzen wir ihr Angebot bei ihr zu übernachten. Wir laufen also noch bis Gallbrunn und verabreden uns dort mit ihr. Kaum habe ich mich vor den „Tante Doris Laden“ gesetzt, kam Regina schon mit ihrem roten Flitzer angebraust. Nach einer kurzen Sightseeing-Tour sind wir in Pachfuhrt in ihrem Haus angekommen. Statt wie erwartet, bekommen wir ein eigenes Zimmer, statt einer Wiese, Abendessen und ein schönes Gespräch. Am Morgen, nach einer herrlichen Nacht, durften wir noch Frühstücken und sind mit Proviant ausgestattet worden. Die Krönung ist, das Regina uns noch aus dem Ort begleitet hat. So war die vorletzte in Österreich noch einmal ein Sinnbild für die Freundlichkeit die uns in diesem Land begegnet ist.

Etappe: 20km / Schritte: 36 000 / Höhenmeter: 75m aufwärts und 50m abwärts

Hinter Wien in der Nähe des Flughafens

Wäsche trocknen im Wind

Traumhafter Somnenuntergang kurz vor Gallbrunn


20. August – Ruhetag in Wien

Wir haben uns ein Tagesticket für den ÖV gekauft und ein paar Besorgungen gemacht. Nach dem notwendigen Teil sind wir an den Stephansdom gefahren und haben uns in die Touristen gereicht, die im Übermass vorhanden waren. Danach sind wir zur Donauinsel gefahren, dort habe ich etwas in dem Fluss baden können. Am Abend sind wir noch einmal in die Innenstadt und haben vegane Burger gegessen. Zum Abschluss noch etwas in der Stammkneipe des Jerusalemweges getrunken und fertig war der Tag.

Der Stephansdom in Wien

Hier ging es baden in der Donau

Staatsoper am Abend


19. August – Etappe von Sieghartskirchen nach Wien

Über Ried am Riedberg und PurkersdorfVon Sieghartskirchen führte uns der Weg dieses Mal am Elsbach entlang nach Ried. Hier ging Maria mit dem Öv weiter während ich in den Wienerwald aufbrach. Dort ging es vorbei an der Klosterruine hinauf auf den Troppberg, immer auf Waldwegen und dichtem Wald zum Teil sehr steil bergauf. Leider konnte man oben auf dem Troppberg nicht sehen, weil selbst der Aussichtsturm verwachsen war. Nach dem kleinen Gipfel ging es steil nach unten und z. T. abartig steil wieder aufwärts um dann vor einer Fläche mit umgeknickten Bäumen anzukommen. Da war kaum durchkommen, also durchs Gehölz drumherum um den Weg nach etwas suchen wieder zu finden. Danach verlief der Weg weiter durch den Wald auf und ab nach Purkersdorf. Auf den 14km im Wald habe ich keine Menschenseele getroffen, was etwas unheimlich war. In Purkersdorf habe ich dann überraschend Maria getroffen die gerade umgestiegen ist, also haben wir noch eine Pause zusammen gemacht um mich dann später wieder allein am Bach Wien der Stadt Wien zu nähern. Je näher man kam desto lauter wurde es, was ein Kontrastprogramm zur Stille im Wienerwald war. Als ich an der ersten U-Bahn-Station angekommen bin, habe ich die Chance genutzt und bin 4km vorgefahren. In Hietzling am Schlosspark Schönbrunn habe ich Maria wieder getroffen und wenig später auch Gottfried Auer vom Jerusalemweg-Verein kennengelernt. Er macht eine kurze Wien-Einführung bevor wir mit der Tram und über zwei Ecken zur Wohnung von Peter Haider in der Stadt kamen. Der empfing uns freundlich dort, denn wir dürfen die Wohnung allein für die kommenden zwei Nächte nutzen. Nach dem Duschen (das war bitter nötig) sind wir noch im Stammlokal des Vereins in Wien, im Mariahilferbräu zusammen gesessen. Ein Abend an dem wir so viel gelacht haben wie lang nicht mehr. Peter und Gottfried sind zwei wirklich interessante Menschen mit denen wir einen sehr guten Austausch hatten. So ging ein Tag zu Ende, an dem wir die nächste grosse Station erreicht haben – Wien!

Etappe: 26km / Schritte: 48 600 / Höhenmeter: 320m aufwärts und abwärts

Klosterruine hinter Ried

14km so durch den Wienerwald

Bereits in Wien an der Wien

Peter, Maria, Peter, Gottfried vorm Stammlokal in Wien


18. August – Etappe von Mittermoos nach Sieghartskirchen

Über Asperhofen, Sieghartsdorf, Dietersdorf und Abstetten

An dem Tag folgen wir dem Bachlauf der grossen Tulln nach Asperhofen. Da Sonntag ist und wir am Tag zuvor kein Proviant kaufen konnten, sind wir dort ins Gasthaus um etwas kleines zu essen. Die Einheimischen schauten uns zunächst an wie Mars-Bewohner, aber mit der Zeit wurden sie zutraulich. Zum Schluss wurden wir sogar fotografiert, weil der Jerusalemweg bekannt war. Die Wirtin verkaufte uns noch eine Flasche Cola für unterwegs, was uns sehr geholfen hat an diesem Tag. Etwas weiter entdeckten wir am Weg in Sieghartsdorf eine Pilgerherberge mit Jerusalemweg-Fahnen dran, leider war niemand da. Weiter entlang des Baches in Abstetten suchten wir Schutz vor der Sonne, da die Kirche verschlossen, fanden wir eine Treppe an der Pilgrimgasse. Als wir in Sieghartskirchen ankamen, waren alle Geschäfte zu (Sonntag) und alle Gasthöfe ebenfalls. Ein einziger Bäcker hatte offen, der war dementsprechend gut besucht. Wir fanden niemanden der uns ein Platz zum Zelten gab, also letzte Idee noch im Café zu fragen. Als ich die Kellnerin Katharina ansprach, bot sie mit uns an bei ihr auf dem Rasen zu übernachten. Da sie erst 20Uhr Feierabend hatte sind wir noch eine Stunde in das Freibad gegangen. Am Abend stellte sich heraus, dass ihr Bruder Geburtstag hat und sie am kommenden Tag, dennoch wurden wir von ihrem Freund Benedikt zum Haus chauffiert wo wir auf der Wildwiese am Hang unser Zelt aufschlagen. Unsere tollen Gastgeber gaben uns noch massenhaft Decken und Kopfkissen für die Bequemlichkeit. Bei perfekter Sicht ging es in eine milde Nacht.

Etappe: 14km / Schritte: 25 200 / Höhenmeter: 30m hoch und runter

Getreidefeld hinter Sieghartsdorf

Auf den Weg nach Abstetten


17. August – Etappe von St. Pölten nach Mittermoos

Über Pottenbrunn, Mauterheim, Obermoos und Würmla

Nachdem wir St. Pölten und Rstzersdorf verlief sich die Landschaft wieder schnell zwischen Feldern und einzelnen Hügeln. Durch ein Stück Wald der für Bogemschützen als Jagdrevier zur Verfügung stand, kamen wir nach Mauerheim. Die Hitze machte uns erneut zu schaffen und so rasteten wir im Schatten einer Scheune. Als die Besitzerin kam, war sie ganz begeistert von unserem Unternehmen und versorgte uns mit überreichlich Wasser und fünf Euro, damit wir ihr eine Karte aus Jerusalem schicken. Danach ging es weiter über Felder und Hügel und losen Häuseransammlungen nach Würmla. Dort hatte der Ortsladen leider geschlossen (wegen Bauarbeiter) und der Ortspfarrer war im Urlaub. Also gingen wir nach ein paar gescheiterten Versuchen für ein Zeltplatz weiter ins nächste Minidorf. Dort haben wir Bernhard einen Exil-Berliner getroffen, der gerade mit Duffny seinem kleinen Hund Gassi ging. Er gab uns den Tipp beim Sohn seines Schwagers zu fragen, der den Bauernhof betreibt. Dieser wollte uns nicht helfen und hatte auch Mühe uns Wasser zu geben. Darauf hat uns Bernhard zu sich und seiner Frau auf den Rasen genommen. Auf einem perfekten Rasen, mit Kuchen von der Frau Elfriede und einem Waschbecken sind wir wieder reich gesegnet worden. Am Morgen gab es noch ein Frühstück mit Schwarztee und ein tolles Gespräch mit Bernhard. Eine echt tolle Begegnung nach einem durchwachsenen Tag, und wieder der Beweis das Güte in dieser Welt wohnt.

Etappe: 20km / Schritte: 36 000 / Höhenmeter: mehrfach 50m hoch und runter

Hügel rauf und runter – Pottenbrunn

Kein Wind nur Hitze

Auf dem Weg nach Mittermoos


16. August – Etappe von Pielachberg bis St. Pölten

Über Loosdorf, Printersdorf und Gerersdorf

Am Morgen sind wir gut ausgeruht gestartet. Durch ein paar kleinere Ortschaften ging es nach Loosdorf wo wir Proviant kaufen wollten. Kurz zuvor kam Doris angefahren und reichte uns aus dem Auto ihre Kontakdaten. Wir haben uns zur Gewohnheit gemacht unsere zu geben an alle, die uns helfen, damit sie uns besuchen kommen können wenn sie mögen und Doris wollte sich revanchieren. Es ging seit langem einmal wieder der Bahn entlang, da wir den Umweg des Jerusalemweges nicht mitmachen wollten um etwas Zeit aufzuholen. Das Wetter war ein Sonne/Wolken Mix mit starkem und kühlen Wind. In Prinzersdorf konnte Maria nicht mehr und nutzte den ÖV nach St. Pölten während ich zu Fuss weiter ging. Es war ein Wettrennen mit dem Regen, den ich leider verliere. Kurz vor St. Pölten trifft mich ein heftiger Schauer. Am Bahnhof treffe ich mich wieder mit Maria, wir kaufen uns Proviant und fahren mit dem Bus zum Camping am Ratzendorfersee. Nach einem Bad im See und einem ultra langen Wäschewaschprogramm können wir schlafen. Leider wurde uns in dieser Nacht unsere Powerbank entwendet. Schade.

Etappe: 24km / Schritte: 43 200 / Höhenmeter: 40m rauf und runter

Orientierung am Morgen

An der Bahn entlang ein Wolken Spektakel

Der Weg nach Prinzersdorf

Den Kampf verliere ich und werde später Nass


15. August – Etappe von Persenbeug nach Pielachberg

Über Grant, Mariataferl, Unterthalheim, Arstetten, Losau, Leiben, St. Georgen a. D. und Melk

Der Tag begann wie der letzte nur bei strahlendem Sonnenschein. Die ersten Kilometer legen Maria und ich gemeinsam an der Donau zurück. Nach einem Kaffee auf der Alten Fähre in Marbach, die total urig an der Donau steht, trennen sich die Wege von Maria und mir. Maria geht weiter an der Donau entlang während es mich wieder den Hang hinauf führt. Es ist „Maria Himmelfahrt“ darum ist an der Wallfahrtskirche Mariataferl auch eine Menge los. Sie thront ca. 320m über der Donau. Als ich den „24h christliches Andenken Souvenir“ – Shop sehe, versuche ich schnellstmöglich zu entkommen. Durch Felder und einzelne Ort mit wenig Schatten komme ich bei 33°C in Arstetten an. Dort soll ein Thronfolger im schönen Schloss gelebt haben. Auf der Strasse „am Jakobsweg“ geht es weiter über Losau nach Leiben. Dort bekomme ich endlich Wasser von einer Dorfbewohnerin, das wurde langsam knapp bei mir. Frisch gestärkt verlief ich mich etwas im Wald nach dem Schloss Leiben und kam etwas entnervt in St. Georgen an. Kurz zuvor erhebt sich der Melker Stift in mein Blickfang den mir Maria kurz zuvor per SMS angekündigt hat, als ich noch im Wald irrte. Doch bis ich dahin komme muss ich noch ein Stück der Donau zurück und wieder über ein Kraftwerk die Flussseite wechseln. Dort habe ich Maria getroffen, die mittlerweile Bülent kennengelernt hat. Er kam aus Kiel und war mit dem Fahrrad unterwegs nach Romänien. Er hatte ausschliesslich gebrauchtes oder geschenktes als Ausrüstung, dementsprechend ulkig (positiv) sah er neben den perfekt ausgerüsteten Radfahrern des Weges aus. Ihm schenkten wir unsere Bauchtasche die wir bis dahin nicht gebraucht hatten und die er nützlich fand. Später gehen wir nach Melk zu m nächsten Jerusalemway-Monument. Witzig war, als wir uns damit fotografieren, denken immer mehr Touristen es wäre etwas interessantes auch für sie und knippsen den Stein mit der Taube auch gleich. Verrückte Welt – ohne jeden Bezug. Nach einem Falafeldprüm zum Abend gehen wir noch drei kleinere Orte weiter um bei der freundlich aufgeweckten Labdwirtin Doris ein Platz zum Zelten zu finden. Am kommenden Morgen bekommen wir von ihr, dem Sohn und seiner Frau ein Frühstückmit Kuchen und wir dürfen unsere Wäsche waschen. Es war wieder einmal ein Geschenk diese offene Familie getroffen zu haben. Nach ein paar Tipps und demtrocknen unseres Zeltes (es hat geregnet in der Nacht) ging es weiter.

Etappe: 31km Schritte: 55 800 Höhenmeter: 320 aufwärts und abwärts

Schloss Artstetten


14. August – Etappe von Grein nach Persenbeug/Holzian

Über Neustadtl a. D., Willersbach und Donaudorf

Der Morgen beginnt mit einer urigen Überfahrt mit einer kleinen Holzfähre über die Donau. Der „Seeman“ und die junge Studentin, die die Fähre steuert, waren sehr interessiert an der Reise und meinten, dass wir das heutige Highlight für sie sind. Danach ging es auf der anderen Seite der Donau am Radweg entlang. Nach 5km trennen sich die Wege von Maria und mir, sie geht weiter der Donau entlang während ich mich Richtung Neustadtl aufmache. Der Jerusalemweg führt mich 330m durch einen Wald und ein paar steilere Aufstiege zum Nadlingerhof. Dort wurde das erste von drei Jerusalemway-Monumenten, ein grosser Stein mit einer Metalltaube des Jerusalemweges. Der Wirt Hans ist ein Freund von Johannes Aschauer und war auch Gleichzeitig die erste Übernachtung der Österreicher auf ihrem Weg. Hans war super nett und hat mir ein Kaffee und ein Bier gegen den Durst ausgegeben. Weiter bin ich durch hügeliges Gebiet mit vielen romantischen Höfen wieder hinunter zur Donau gegangen. In Willersbach am Camping bin ich wieder mit Maria zusammen getroffen. Unser Hannes hat uns dort überrascht, durch die Fotos vom Nadlingerhof die ich dem Johannes Aschauer gesendet hatte und die gleich verbreitet wurden, wusste er, dass wir ungefähr dort sein müssten. Er wollte teile des Weges neu markieren und uns anbieten nach Melk mit ihm vor zu fahren. Doch ein Pilger muss laufen, darum sagten wir dankend ab. Also bin ich mit Maria weiter an der Donau entlang. Die 7km zogen sich durch Langeweile ewig hin. Kurz vor Ybbs kam Abweichung, weil wir die Donau über ein Wasserkraftwerk erneut überqueren. In Persenbeug wollen wir bleiben, nach dem Proviantkauf gehen wir in das Dorf oberhalb des Ortes, weil wir dort mehr Bauern und Wiesen vermuten. Nach zwei missglückten versuchen gewährt uns ein Bauer auf der Wiese neben einem Gehege für Reh, Hirsch und Pfau mit traumhafter Sicht zu übernachten. Wasser gab es dazu, und am kommenden Morgen war der junge zurückhaltende Bauer etwas aufgetaut und brachte uns Brombeeren, Weintrauben, Birnen und einige Fragen zur Reise.

Etappe: 27km Schritte: 48 600 Höhenmeter: 330m + 120m aufwärts und 330m abwärts

Die Fähre bei Grein

Mit Kaffee und gutenmutes übergesetzt

Grein im Rücken entlang der Donau

Rauf zum Nadlingerhof

Mit Hans am Monument beim Nadlingerhof

Donau-Überquerung bei Persenbeug

Zeltaufbau am Tiergehege


13. August – Etappe von Baumgartenberg nach Grein

Über Au, Klam, Oberhörnbach und Unterhörnbach

Nach ein paar wenigen Kilometern über Feld und Flur sind wir nach Au gekommen. Von dort aus folgten wir dem Klambach hinein in eine mystische Klamm. Das Wetter war bewölkt nicht mehr so warm, dadurch wirkte der Nachlauf des Klam ach durch die Felsen sehr behebig und düster. In dem feuchten und schmalen Tal zwischen den Felsen wirkte alles wie am Beginn der Schöpfung. Nachdem wir durch die Klamm hinaufgeführt wurden, zeigte uns der Weg die gut erhaltene Burganlage der Burg Clam. Von dort aus ging es durch den Ort Klam weiter hinauf nach Oberhörnbach. Wir hatten gerade den Ortseingang passiert, als wie aus dem Nichts eine Stimme rief: „Hey habt ihr Hunger?“ Maria und ich sahen uns verdattert an. „Ich mach euch eine Tomatensuppe! Setzt euch.“ Schon sassen wir bei Maria auf der Terrasse. Sie machte Tomatensuppe warm und hinterher gab es noch Toast mit Ei und einen halben Liter Birnensaft. Wir philosophierten mit Maria der pensionierten und sehr aufgeweckten Friseurin über Gastfreundschaft, dann wollten wir weiter. Wir rollten förmlich in den nächsten Ort und hinunter bis nach Grein. Dort ging uns die Kraft aus und wir entschieden beim Kaffee auf dem Markt schweren Herzens zum Camping an der Donau zu gehen.

Etappe: 13km / Schritte: 23 400 / Höhenmeter: 120m rauf und hinunter

Der Klambach in der Klamm

Die Burg Clam hinter der Klamm und vor dem Ort Klam

Der Blick zurück kurz vor der Begegnung mit Maria

Nach der Tomatensuppe ist vor dem Toast. Hammer Mittagessen.

Angekommen in Grein


12. August – Etappe von Naarn nach Baumgartenberg

Über Arbing und Puchberg

Heute hatten wir nur eine kurze Reise vor uns, denn wir wollten uns die Chance entgehen lassen, Johannes Aschauer, den Gründer des Friedenswegs Jerusalemweg zu treffen. Aber langsam, nach einem leckeren Frühstück bei Hannes haben wir uns von ihm verabschieden müssen. Über kleine Wege an Feldern und am Bach Naarn vorbei gelangen wir nach Arbing. Der kleine idyllische Ort mit der Wehrkirche ist für uns von Bedeutung, denn dort wohnt der Gründer des Jerusalemweges Johannes Aschauer. Nach der Versorgung mit Proviant gehen wir Richtung Gemeindeamt. Auf der Strasse werden wir von einer Dame im Auto sitzend angesprochen die eine riesen Freude hat, Jerusalempilger zu sehen. Sie kennt Johannes und ist selbst schon Teile des Weges gegangen. Im Gemeindeamt hatten wir den Auftrag von Johannes bekommen nach einem Pilgerstempel zu fragen, den die Gemeinde bereits vor 2 Jahren versprochen hat. Die überforderte, aber nette Dame im Amt hat mehrere Telefonate geführt um uns dann auf die Kirche zu verweisen. Dort bekommen wir später auch unseren Stempel vom Jerusalemweg. Nach unserer Auftragsmission sind wir noch 5km weiter nach Baumgartenberg gegangen wo wir übernachten. Am Abend hat uns Johannes Aschauer zum Abendessen abgeholt, in einem Kebap-Haus in Perg haben wir uns ein Update gegeben und kennengelernt. Ein sehr schöner Abend mit vielen neuen/alten Erkenntnissen.

Etappe: 15km / Schritte: 27 000 / Höhenmeter: 50m

Abschied von Hannes

Schöne Bauernhöfe auf dem Weg

Besonderer Ort, Besonderer Moment

Wehrkirche Arbing

Essen mit Johannes Aschauer

Vor dem Jerusalemway Auto 😄😎


11. August – Etappe von Abwinden nach Naarn im Machlande

Über St. Georgen an der Gusen, Mauthausen und Obersebern

Um uns einen 15km langen Abschnitt entlang des Donau-Radwegs zu ersparen hat uns Hannes etwas weiter weg mit dem Auto an den heutigen Startpunkt gefahren. Bereits nach 100m zu Fuss unterwegs wurden wir das erste Mal auf unsere Reise angesprochen. Nach St. Georgen ging es 150m hinauf in eine herrliche Hügellandschaft mit vielen kleinen Bauernhöfen. Über eine kleine Talsenke gelangen wir an den Steinbruch der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, ein schaurigen Ort mit bedrückender Stimmung. Die gut erhaltene KZ-Gedenkstätte ist Zeuge und Mahnung einer schrecklichen Zeit, welche wir hier sehr stark spüren. Als wir den Ort hinter uns lassen und hinunter nach Mauthausen zurück an die Donau gehen wird uns eine Last abgenommen. Nach einer längeren Pause, folgten wir dem Radweg, der uns jetzt sehr viel sympathischer vorkommt als zuvor. Von Schatten zu Schatten springend kommt uns Hannes entgegen gelaufen und lädt uns zu einem leckeren Abendessen in eine Gaststätte an der Donau ein. Voll gesättigt gehen wir die letzten Kilometer bis nach Naarn zusammen. Wieder dürfen wir bei Hannes bleiben, was für ein Segen.

Etappe: 20km / Schritte: 36 000 / Höhenmeter: 150m aufwärts und abwärts

Brücke bei St. Georgen an der Gusen

Die Todesstiege in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen

KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Verwirrung am Donau-Radweg

Zu dritt gehts gut die letzten Meter

Angekommen bei Hannes


10. August – Etappe von Hörsching nach Plesching

Über Pasching, Leonding und Linz

Am Morgen ging es nach Hörsching direkt ans Linzer Flughafengelände, wo wir zwischen Bahn-, Flug- und Autolärm eine Frühstücksrast gemacht haben. Danach folgten wir der Bahnlinie am Flughafen vorbei nach Pasching. Der Weg war nicht schön, sondern von Gewerbe umringt. Das änderte sich auch bis Leonding nicht. Durch die Hitze ermüdet, fährt Maria mit dem Zug nach Linz. Die letzten Kilometer vor der Grossstadt passiert auch nicht mehr viel, Asphalt und Gewerbe begleiten mich bis in die Altstadt. Am riesigen Mariendom in Linz treffen wir uns wieder. In Linz machen wir eine grössere Rast im Mc Donald’s um Kraft zu tanken. Im Park davor spricht uns ein Mann wegen unserer Pilgermontur auf den Glauben aus der „extremen Ecke“ an. Mit etwas Diplomatie sprechen wir zum Schluss über Gott und die Welt. Nach der Stärkung gehen wir weiter durch die Fussgängerzone von Linz, wo wir häufig kritisch beäugt werden, bis zur Donau. Nachdem wir den riesigen Fluss über eine Brücke überquert haben, folgen wir dem breit angelegten und stark frequentierten Donau-Radweg bis nach Plesching.Unser Hannes – er ist für die Markierungen des Jerusalemweges in Österreich und teilen von Ungarn verantwortlich. Dieser herzensgute Mensch hat uns für zwei Tage in seinem Haus am Jerusalemweg aufgenommenen. Frühstück, Abendessen und nette Gespräche inklusive, was uns das Leben als Pilger sehr leicht und unbeschwert gemacht hat.

Unser Engel vom Jerusalemweg – HannesHannes hat uns am Pleschinger-See abgeholt und nach Naarn zu sich nach Hause gefahren. Einen Menschen kennen zu lernen, der durch seine Arbeit am Jerusalemweg unsere Reise erst möglich macht ist sehr spannend.

Etappe: 22km / Schritte: 39 600 / Höhenmeter: 40m

In der Nähe des Flughafen Linz

Asphalt und Gewerbe in Linz

Mariendom in Linz

Donau in Linz

Der Donau-Radweg


9. August – Etappe von Wels nach Hörsching

Über Marchtrenk

Am Morgen durften wir noch bei den Eltern von Markus Kaffee trinken und frühstücken, dabei haben wir uns mit den rüstigen Rentnern (83)angenehm unterhalten. Danach ging es mit schnellen Schritten in die Stadt Wels, in der wir uns erneut mit Hygienesrtikeln auastatten konnten. Danach folgten wir wieder dem Radweg an der Traun entlang. Der abermals heisse Tag machte uns recht Mühe auf dem Asphalt. Vorbei am Wassetkraftwerk ging es nach Marchtrenk. Dort entschieden wir uns den Jerusalemweg zu verlassen um ein paar Bauernhöfe anzupeilen wo wir Hoffnung für eine Übernachtung hatten. Unterwegs nach 3.5km an der Bundesstrasse entlang waren Anwohner so nett uns mit Wasser auszustatten. Ungefähr 1km nach dem Haus kam eine junge Frau die dabei gewesen ist mit dem Auto angefahren und gab uns Kuchen und Weintrauben von der Geburtstagsfete die dort stattgefunden hat. Wir waren platt von der Freundlichkeit. Bei den angepeilten Höfen kurz vor Hörsching war es leider schwierig einen Platz zu finden. Ein Pferdehof-Besitzer verwies uns auf den Acker vor dem Ort um die Pferde nicht zu erschrecken. Am letzten Haus der Ortschaft konnten wir doch noch unser Zelt aufschlagen. Mit WC und Waschbecken verwöhnt durften wir mit auf der Terrasse sitzen und Zucchini-Kuchen essen. Wir wurden wieder reichlich verwöhnt.

Etappe: 20km / Schritte: 36 000 / Höhenmeter: 40m

Die Stadtpfarrkirche in Wels

Brücke über die Traun bei Wels

Der Kampf mit den Radfahrern.


8. August – Etappe von Schwanenstadt nach Wels

Über Lambach und Au bei der Traun

Nachdem wir in der Altstadt von Schwanenstadt Proviant gekauft haben ging es nach der Stadt zum Fluss Ager dem wir ca. 9km lang am Uferweg folgten. Auf dem Schotterweg, gab es wenig Insekten, trotz der Nähe zum Fluss, dafür wurden wir von einigen Radfahren überholt. Ein interessierter Pilger fragte uns nach unserer Reise, er war schon einmal 1200km nach Rom gelaufen. Kurz vor Lambach führte der Ager mit der Traun zusammen. Im Ort gab es eine Stiftskirche zu besichtigen dessen Bau die Siluette prägte. Nachdem wir die letzten Häuser passiert hatten, ging es weiter auf einem schmalen Pfad der Traun entlang. Dieser wurde immer enger und endete im Gestrüpp, weil er völlig überwuchert war. Hinzu kamen unendlich viele Insekten und umgekippte Bäume, die uns das Leben schwer gemacht haben. Nach ca. 4km verlassen wir den Pfad und kämpfen uns durch den Wald bis zum Radweg. Froh keine Zecke an unserem Körper zu finden ging es dem Asphalt entlang nach Wels. In Waidhausen, einem Vorort von Wels ist Markus gerade aus der Schuppentür gekommen, also schnell nach einem Stellplatz für unser Zelt gefragt. Mit einem freundlichen Lächeln und ganz viel Symphatie erfüllt er uns die Bitte. Er selbst wohnt nicht mehr da, nur noch seine Eltern, doch als er Kind war hat schon einmal ein Wanderer in ihrem Garten gezeltet. Neben einem traumhaften Flecken Erde für die Nacht gab es noch Strom und einen Wasserhahn den wir nutzen durften. Hinzu gab es noch einen alten Waagen in dem wir unsere Sachen trocken unterstellten konnten und einen Krug allerleckersten Most. Markus seine Frau Elisabeth und die Kinder Johanna und Maximilian durften wir auch noch kennen lernen. Ein perfekter Abend eines „durchwachsen“ Tages.

Etappe: 24km / Schritte: 43 200 / Höhenmeter: 55m auf und abwärts

Dreifaltigkeitkirche an der Traun vor Lambach

Nach Lambach eine kurze Erinnerung

Der Beginn des Dschungels vor Wels

Endlich raus! Neuorientierung.

Der Platz an der Sonne für die Nacht

Unsere sympathischen Gastgeber

Prost! Mit leckerem Most den Tag beenden


7. August – Etappe von Vöcklabruck nach Schwanenstadt

Über Puchheim, Au und Hainpechting

Heute war Pausentag, darum ist Maria direkt mit dem Zug nach Schwanenstadt gefahren. Für mich ging es zunächst an der Vöckla und später an dem Fluss Ager durch den Wald. An einigen verfallenen Bauerngehöften vorbei auf eine 150m hohe Anhöhe. Vorbei an Kloster und Schloss in Puchheim ging es relativ gerade weiter an wenig attraktiven Bagerseen vorbei. In Schwanenstadt habe ich mich mit Maria im Freibad getroffen. Das kühle Nass war eine gelungene Abwechslung zum schwülwarmen Tag. Später übernachten wir auf der Wiese vor dem Gemeindehaus der evangelischen Kirche in der Stadt.

Etappe: 15km / Schritte: 28 000 / Höhenmeter: 150m

Kurz vor dem Anstieg – Idylle

Türklinke so hoch wie ich! Kirche Puchheim

Tristesse an den Baggerseen

Nix darf man mehr in der Badi.


6. August – Etappe von Oberhofen nach Vöcklabruck

Über Schwaigern, Kühschinken, Frankenmarkt, Mösendorf Vöcklamarkt, Witzling und Timelkam

Wir sind am Morgen bei Wolken gestartet, doch die Sonne kämpft sich mit der Zeit durch und damit auch die Hitze. Die Landschaft ist offen, hügelig und weit. Jeder Ortschaft folgt ein Aufwärts und wieder Abwärts, vorbei an Feldern und kleinen Wäldern. Heute war es mal so richtig ruhig, keine Bahn, keine Autolärm – einfach nichts! Man hat die Bienen kommen hören, und sonst nur unsere Schritte und Stockstösse. Der Wald und die Flur hatten dadurch etwas so Ehrwürdiges, dass wir selbst nur zu flüstern wagten. Die Orte waren sehr klein durch die wir stiffen und die Menschen sind merklich nicht so wohlhabend wie in den Alpen. In Vöcklamarkt bei 20km ist Maria mit dem Zug ans Ziel gefahrenen während ich die letzten Kilometer allein bewältigte. Das Schema blieb aber ähnlich, Wald, dann Feld, dann Ort und von vorn. Die letzten Kilometer waren sehr anstrengend, so war ich froh als ich den Ortseingang mit dem Kloster der Franziskanerinnen sah. Endlich am Ziel für heute. Längste Etappe der bisherigen Reise.

Etappe: 36km / Schritte: 64 800 / Höhenmeter: 80m

Weiter gehts nach Jerusalem

Hügel an Hügel aufgereiht

Der stille Wald

Letzte Flussüberquerung


5. August – Etappe von Hallwang nach Oberhofen

Über Eugendorf, Eugenbach, Wallersee, Neumarkt a.W., Pfongau

Durch Tau und Luftfeuchte war unser Zelt extrem nass geworden, darum mussten wir es so einpacken. Nach einem kurzen Aufstieg über Felder kamen wir in Eugendorf an. Nach dem wir etwas gegessen hatten mussten wir auf die Toilette. Also schnell ins Gemeindeamt und erleichtern gehen. Dort trafen wir dann den Bürgermeister der Stadt der uns kurz zur Reise ausfragte. Weiter ging es durch Hügelgebiete bis an den Wallersee. Dort war es schwierig einen Platz zum Pause machen zu finden, da jeder Quadratmeter am See Privatbesitz war und zum Teil sogar videoüberwacht wurde. An einem unbesuchten Steinstrand haben wir dann doch ein Platz gefunden. Das Wetter war warm und schwül, sodass wir nicht so schnell unterwegs waren wie erhofft. Wir entschieden uns einen anderen Weg als den Jerusalemweg zu gehen um noch in Neumarkt Proviant zu kaufen. Danach ging es über einen längeren Hügel an Pfongau vorbei nach Oberhofen. Am Ortsanfang trafen wir auf Claudia und Hannes und ihren Cousin, die uns auf Anfrage einen traumhaften Gartenplatz zum Zelten bereitstellten. Umzäunt von Tomate, Gurken, Äpfel und einen urigen Bauernhaus versprach uns das eine gute Nacht. Doch die Gastfreundschaft war noch nicht zu Ende, man gewährte uns ein Bad mit Dusche und WC, im Haus von Johanna der Mutter von Alois und dessen Frau Elfriede, die diese Nacht zur Betreuung der betagten Dame da waren. Nach dem Waschprozess sassen wir auf der Terrasse und haben uns mit Hannes, Claudia, Elfriede und Alois rege unterhalten. Eine schrecklich nette Familie bei der sehr viel gelacht wird. Was für ein Kontrast zum Tag davor.

Etappe: 24km / Schritte: 43 200 / Höhenmeter: 180m aufwärts und abwärts

Rauf nach Eugendorf

Wieder runter Richtung Wallersee

Endlich einen Platz am See gefunden

Und wieder hoch nach Oberhofen