Blogbeiträge Unterwegs

Hier findest du die Blogbeiträge die ich während und der Reise geschrieben habe und die im direkten Kontakt zum Erlebten stehen. Es werden hier persönliche Einsichten und Gedanken beschrieben die mir im Moment des Erlebens und der Reflektion gekommen sind.


Gedanken auf der Reise

vor dem Aufbruch

Das Ziel meiner Reise

Ein steiler Anstieg war es dann doch noch einmal kurz vor Jerusalem. Die Strasse geht gradlinig und ohne Erbarmen den Ölberg hinauf. Ich komme keuchend und schwitzend oben an und mein Herz pocht durch die Anstrengung, als ich die Stadt zum ersten Mal in meinem Leben sehe. Was für ein Moment! Die goldene Kuppel des … Das Ziel meiner Reise weiterlesen

Eh, mach mich mal locker!

Die letzten Tage war ich ein wenig sprachlos, wenn ich ehrlich zu mir bin. Denn das Ende der langen Zeit in der Türkei hatte ich mir ein wenig glorreicher vorgestellt. Das Ziel Mersin zu Fuss zu erreichen ging daneben und auch sonst lief es nicht mehr rund. Der Weg hat mich auf eine ganz besondere Etappe gebracht. Eine die für mich schwerer nicht sein kann.

Gedanken zum Fest

Es ist der 22. Dezember, der 4. Advent in diesem Jahr und noch zwei Tage bis Weihnachten. Auf meinem Weg zu Fuss von der Haustüre nach Jerusalem, laufe ich gerade die letzte Etappe vor der Grossstadt Konya in der Türkei. Es ist eine der anstrengenden Etappen, die mich über karge sandige Berge führt. Genauso habe ich mir das immer vorgestellt denke ich bei mir.

Werde Licht

Auf meinem Weg nach Jerusalem spielt das Licht eine grosse Rolle. Es begrenzt den Tag und damit den Zeitraum meinem Ziel näher zu kommen. Besonders in der abgebrochenen Winterzeit kann es zwischen Sonnenaufgang und Untergang schon mal knapp werden das Tagesziel zu erreichen. Doch auch die Lichter der Weihnachtszeit sagen mir, das Ende meiner Reise ist nicht mehr fern. Was bleibt also aus diesem Spiel von Licht und Dunkelheit?

Die geliebte Unvollkommenheit

Vier Säulen säumen eine grosse Marmorplatte. Ein paar alte Mosaike zieren den Weg zu diesem Ort. Es ist ein wahrlich beeindruckender Tag, denn ich bisher erlebt habe. Doch hier scheint etwas besonderes vor sich zu gehen. Meine innere Stimme sagt mir schau nach, und so tue ich es auch.

Die Gebete eines Pilgers

Pilgern ist beten mit den Füssen, so heisst es doch. Dennoch ist es mir wichtig meine Hoffnung und Gedanken mit Worten an Gott zu richten. Dabei nehme ich mir kleine Routinen als Ausgangspunkt des Gebetes. Ein paar Varianten habe ich in diesem Text einmal schriftlich festgehalten. Vielleicht ermutigt es auch dich, den Alltag zum Gebet zu machen.

Im Osten nichts Neues

Die Füsse tun weh. Der Schmerz zieht sich vom Fussballen bis in den Oberdchenkel, aber erst wenn man sitzt oder sich hinlegt. Ein Blick in Gedanken zurück an die ersten Tage hier in der Türkei zeigt, dass ich wieder mächtig unsicher geworden bin beim Pilgern. Es ist wie in den ersten Tagen als der Weg noch weit war. Als müsste ich das Pilgern, nach über vier Monaten laufen, neu erlernen. Verrückt!

Der Tanz mit der Sonne

In jener Nacht schliefen wir im Schatten der alten Ölivenbäume ein. Freilich hatten wir das Zeltdach noch über uns gespannt, dennoch fühlte ich mich unter den ehrwürdigen Ästen sicher und geborgen. Der Mond und die Sterne machten das Ambiente vollkommen. Für eine Nacht aufgehoben in der Schöpfung und hatten unseren Platz gefunden in dem grossen Gefüge – welches wir unsere Welt nennen.

Das gebrochene Halleluja

Das Leben deutet über sich hinaus. Damit meine ich nicht ein Bonuspunkteprogramm für das Himmelreich. Ich spüre es hier auf dem Weg nach Jerusalem besonders intensiv. Vielleicht kennst du es auch, wenn dich ein Glücksgefühl packt, obwohl es äusserlich „nur“ um ein Sonnenaufgang geht. Oder du bekommst die Vision einer besseren Welt, nur durch den Blick in die Sterne. Der Pilgerweg ist voller solcher Bilder des Lebens, die mir zeigen, das Endliche ist eingebettet in die Unendlichkeit.

Die B/Würde des Stolzes

Wir haben Griechenland nach vielen Kilometern durch den Balkan erreicht. Wir sind tausende Kilometer von unserem Zuhause entfernt und haben es zu Fuss erreicht. Da kann man schon mal stolz auf seine eigene Leistung sein! Oder doch nicht? Gerade im Balkan ist mir das Thema „Stolz“ immer wieder begegnet. Wie oft scheitere ich auch an meinem eigenen Stolz und Eitelkeit in meinem eigenen Leben.

Nicht von dieser Welt

Ich sitze hier umringt von Bergen und der Ringmauer des Klosters Studenica auf einer Wiese. Mit jedem Zug atme ich Frieden ein und Hoffnung wieder aus. Dieser Ort ist für mich heilig, denn für dieses Gefühl der Verbundenheit mit Gott und der Welt braucht es nur meine Anwesenheit. Ich muss nicht meditieren oder beten um diesen Frieden zu spüren, sondern er kommt zu mir als wie Geschenk für das ich nichts tun muss.

The bad moon rising

Ich erzähle euch heute eine Geschichte. Ja du hörst richtig. Es ist die Geschichte vom kleinen Ritter Petersen der sich auf den Weg macht um das kleine Pflänzchen Hoffnung in der besonderen Stadt zu finden. Es ist eine wahre Geschichte, nur wenige kleine Kleinigkeiten sind etwas überspitzt dargestellt, doch wer macht das nicht? Alle grossen Könige tun das warum dann nicht auch ich? Wieviel Wahrheit darin zu finden ist, das liegt ganz in dir.

Write your own Story

Nach ein paar Kilometern ging es nicht weiter. Der Weg war zunächst breit verlaufen und endete nun vor einer grünen Wand aus Gestrüpp und Bäumen. Kein Weiterkommen und keine Alternative war zu sehen. Es blieb nur der Weg zurück und die nüchterne Erkenntnis: Wir haben uns verrannt! Wie so oft spiegelt uns der Weg damit etwas von einer inneren Wahrheit, mit der wir konfrontiert werden.

K(l)eine Erleuchtung

Vor dem Start unserer Reise nach Jerusalem habe ich immer gewitzelt, dass ich unterwegs die Erleuchtung finde. Doch nach ca. sieben Wochen am Pilgern habe ich kein Licht gefunden, im Gegenteil, da wo ich Antwort erhoffe sind weitere Fragen dazu gekommen. Auch alles, was ich zu wissen glaube, zeigt mir doch wieder nur, wie wenig ich in Wirklichkeit weiss.

Die Banalität als Weg

Pilgern ist ein rhythmischer Ablauf von banalen Aktivitäten, die sich ständig wiederholen. So könnte man kurz definieren was wir gerade tun. Eigentlich machen wir fast jeden Tag das Gleiche, nur ändert sich die Umgebung und die Landschaft. Doch genau in dieser Banalität des Pilgerns steckt vielleicht ein grosses Geheimnis, was ich vielleicht schon lang vergessen habe.

Innere Reinigung

Wir laufen seit unserem Beginn an unserer Haustüre vor vier Wochen immer wieder an frisch plätschernden Quellen vorbei. Die Dörfer in der Schweiz und in Österreich haben eigentlich alle einen Brunnen mit frischem Quellwasser, was für uns besonders an Hitzetagen ein echtes Geschenk ist. An einer Quelle zu sitzen hat sehr viel mit Lebensqualität zu tun, weil sie nicht nur den Durst löscht sondern für alles Leben rundherum verantwortlich ist.

Ein Übermass

Das Mass ist voll! An einem Tag wo die Sonne mit 35°C auf den Asphalt brasselt und von dort gefühlt nocheinmal heisser auf uns abstrahlt, ist diese Aussage sicher nachvollziehbar. Das richtige Mass in Allem zu finden ist nie leicht, das wird mir hier auf meinem Camino de Jerusalem noch einmal mehr bewusst.

Die Kraft der Begegnung

Ein wenig aufgeregt war ich schon bei den letzten Kilometern durch die Schweiz. Bisher war dieses Land mir noch irgendwie eine Sicherheit, denn ich könnte schnell wieder zurück wenn es sein müsste. Klar in Österreich auch, aber dort ist immerhin eine Grenze dazwischen. Auf der Rheinbrücke pochte das Herz, nun bin ich über eine Grenze gegangen und habe damit den ersten Teil des Jerusalemweges beendet.

Die Heiligkeit des Kleinen

Auf unserem Weg begegnen wir immer häufiger besonderen Menschen und Orten. Vielleicht liegt es daran, dass wir durch unbekanntes Gebiet laufen und dadurch offener werden für das was uns begegnet. Zu Hause ist uns alles vertraut, da haben wir bereits eine Meinung zu den Dingen und damit fällt uns die Offenheit für den Augenblick schwerer.

Sich Ausdehnen

Kampf, Schweiss, Schmerz, Tränen und Triumphe, so könnte man meine Pilgerreise etwas dramatisch beschreiben. Doch über all dem schwingt etwas Hoffnungsvolles mit. Mit jedem Schritt werden wir ein klein wenig stärker und mit jedem Kilometer lassen wir mehr von dem zurück was wir kennen.

Die Feinde der Pilger

Nun sind wir bereits 5 Tage unterwegs und noch lang nicht so weit wie wir es uns erhofft und gedacht haben. Zu schwer sind die Beine nach dem Aufs und Abs und zu gross die Last die zu tragen ist. Dabei ist die Last des Rucksacks nur ein Teil wie wir feststellen konnten. Die Feinde der Pilger sind Altbekannte, erwartet und dennoch überraschend sie so früh anzutreffen.

Der Anfang

Noch etwas unbeholfen und ohne jedem Rhythmus wandern wir seit zwei Tagen auf dem Weg nach Jerusalem. Aller Anfang ist halt schwer, wie uns der Volksmund ja bereits verrät. Mit jedem Schritt entfernen wir uns von unserem Zuhause in der Schweiz und nähern uns Jerusalem. Auch wenn es gerade surreal klingt, dass wir heute 42km von tausenden hinter uns gebracht haben.