Die Liebe ist stärker als der Tod

Es ist Ostern! Vor nicht allzu langer Zeit war ich am Ende meiner Pilgerreise am (vermeidlichen) Ort des Geschehens in Jerusalem angekommen. Die Bilder sind mir noch frisch und lebhaft vor Augen. Die Grabeskirche war so ganz anders als ich sie erwartet hatte und doch hat sie etwas vom Geheimnis des Lebens in mir gezeigt, dass ich bisher ignoriert habe. Sie ist so zum Siegel, ja zum perfekten Abschluss der Reise geworden. Die Stadt Jerusalem und all ihre heiligen Orte strahlen eine innere Schönheit aus, die sich oft hinter Rissen und Begrenztheit verstecken.

Wendepunkt

Gestern am Karfreitag sass ich allein am Nachmittag in der Kirche in Riggisberg. Es war ein schöner Moment. Zunächst bin ich an einigen wilden Frühlingsblumen, die den Weg hinauf gesäumt haben, vorbei gegangen um dann die warme Sonne hinter mir zu lassen und in den verhältnismässig dunklen Kirchenraum zu treten. Hier war ich allein. Es erinnerte mich ein wenig an die Grabeskirche, dort war ich zwar nicht allein, doch sie wirkte an dem Tag, als ich sie das erste Mal in meinem Leben betrat sehr dunkel. Irgendwie auch passend zum Karfreitag, an dem die Christen eines unschuldigen Foltertodes gedenken und ausgerechnet darin einen Hoffnungsschimmer sehen. Seit der Reise wird mir die Bindung zwischen äusserlichen und inneren Dingen immer deutlicher. Die Welt ist verwoben auf eine unvergleichliche Art. So können äussere Banalitäten einen inneren Kern berühren, der unseren Verstand übersteigt. Es ist die Mehrdimensionalität die mir einen völlig neuen Blick für diese Welt öffnet und in der ich Gott sehr häufig nicht als Einbahnstrasse, wie so oft in meinem Leben, erfahre, sondern als ein Universum. Martin Schleske nennt es in seinem Buch «Herztöne» auch als Wolke von Möglichkeiten. So war der Moment, als ich den dunklen Raum der Kirche in Riggisberg betrat auch ein innerer Moment der Einkehr in eine Dunkelheit der ich gern aus dem Weg gehe. Dunkelheit, Leid, Schmerz sind bisweilen nicht auszuhalten für mich. Ich bin selbst ein Mensch den man auch als «Vermeider» kennt. Angst und Schmerzen gehe ich gern aus dem weg, gern auch mal als Angsthase oder als exzellenter Diplomat der in allem einen annehmbaren Kompromiss findet. Dennoch ist es (zum Glück) auch immer wieder unausweichlich sich der eigenen Dunkelheit und den Schatten der Welt zu stellen. Gestern war es freiwillig, oft ist es das nicht. Es war für mich zunächst eine sehr friedliche Stimmung in dem Raum, in der sich mein Herz öffnen konnte. Das Zentrum, der sehr schlichten Kirche ist ein kleines Fensterbild im Altarraum, ist das Bild von Jesus zu sehen (ich interpretiere es so) dessen Hand auf dem Brustbereich liegt. Es ist nicht ganz eindeutig zu sehen, ob die Hand eine einladende Geste macht oder ob sie auf dem Herzen des heiligen liegt, als wollte sie mir sagen: Du bist in meinem Herzen! Doch genau diese Zweideutigkeit des fasziniert mich.

Das Fensterbild in der Kirche Riggisberg

Ich kann mich ganz in dieses einfache Bild vertiefen, was nur durch einen schwachen Lichtschein erhellt wird, der in einer meterdicken Mauer Eingang findet Fragen ein, denen ich allzu gern aus dem Weg gehe. Dieser Jesus wurde gefoltert und getötet. In der Grabeskirche und in den Kirchen weltweit gibt es immer wieder Darstellungen dieser Szenerie, die doch ein Wendepunkt sein soll. Doch was für ein Gott ist es, der ein Opfer fordert für den Wendepunkt? Ist er nicht mit jenen zu vergleichen, die Kriege für den Frieden führen? Was sagt das aus, über meinen Gott den, von dem ich so gern rede? Muss tatsächlich Blut vergossen werden (wenn auch nur einmal) damit die Welt eine Chance auf ein Leben in Fülle bekommt? Ist Gott nicht allmächtig? Ich vertiefe mich ganz in diese Fragen und halte die Unsicherheit aus, denn wer hat auf so etwas eine Antwort? Wer kann Tod rechtfertigen? Ich nicht! In dieser Stille spüre die beissenden Zweifel und dennoch ein tiefes Geheimnis welches wie ein Ozean vor mir auftut und erforscht werden will. Es ist ein Augenblick, der lebhafter nicht sein kann, denn er spannt das ganze Spannungsfeld des Seins in mir auf. Ich stehe im Kreuzfeuer der Hoffnung und der Zweifel, der Ignoranz und der Hingabe und mein Herz ist der Mittelbunkt in dem sich alles zu einer «explosiven» Mischung zusammenfügt.

Kirche in Riggisberg

Das Leiden der Liebe

Als ich die Kirche verlasse werde ich von der Sonne geblendet. Ich spüre die Wärme der Strahlen auf meinem Körper, der sich in der Zeit des Verweilens unmerklich abgekühlt hat. Als ich mich auf den Weg zurück gemacht habe erkannte ich diese Zweiseitigkeit meines Lebens. Wie oft wird mein Glaube zum Aberglauben, Demut zu falscher Bescheidenheit, Freiheit zu verdeckter Bindungsangst, Vertrautheit zu Gewöhnung, Ehrfurcht zu Unterwürfigkeit, Sorglosigkeit zu echtem Leichtsinn und Liebe zu ängstlicher Nachgiebigkeit, (nach Martin Schleske in «der Klang») all das Kreuzt sich in meinem Leben. Wir Menschen tragen beides in uns, das vermeidlich Gute und das Böse, eine Beobachtung die eigentlich jeder Philosoph und jede Religion gemacht hat. Um dem schwarzweiss-denken zu entgehen nenne ich das Gute gern auch lebensstiftend und das Böse als lebensverhindernd. Doch wie bringt mich diese Zerrissenheit dem Ostergeschehen näher? Am Ende meiner Pilgerreise in Jerusalem habe ich die Grabeskirche ins Herz geschlossen. War ich doch zunächst ein wenig schockiert über den düsteren Bau, das rege Treiben und die scheinbar völlig unstrukturierte Architektur. Als Europäer bin ich die Klarheit der Kirchengebäude gewohnt, die den Betrachter ganz klar in eine Richtung führen. Doch die Grabeskirche ist ein Labyrinth, es gibt kein klares Zentrum und keine Einheit. Hier und da sind Nischen und Ecken die einen Teil des Martyriums Jesu behandeln und ganz unterschiedlicher Glaubensform daherkommen. Sichtbar sind katholische, orthodoxe und armenische Kirchenecken voneinander getrennt und das Grab ist unter einer düsteren Steinglocke im bereits düsteren Raum eingeschlossen. Doch in einen der letzten Besuche konnte ich so etwas wie Liebe empfinden. Ich sass auf einer Treppe in einer der Ecken dieser Kirche, die eigentlich mehr ein Kompromiss ist als ein Heiligtum, und beobachtete wie die Menschen die Kirche betraten. Auf Knien vor dem Salbungsstein, mit der Kamera vor dem Auge, mit gesenktem Blick, redend, schweigend oder betend, egal in welcher Form, ich sah Hoffnung und Liebe in diesen Menschen. Die Rituale, Gesten und Handlungen waren Ausdruck ihrer Erfahrung mit dem Geheimnis des Lebens und jedes für sich ein Ausdruck der Liebe zu Gott. Ich habe mich in diese düstere bizarre Kirche verliebt, denn in ihr zeigt sich das ganze Spannungsfeld des Lebens zwischen Begrenztheit, Dunkelheit und der Hoffnung die über diesen Raum hinaus geht. Als ich meinem Bruder einige Wochen später von diesem Erleben berichtet habe, (er war selbst noch nie da) meinte er, es würde ihn eher traurig machen, diese Unklarheit zu sehen und die Begrenztheit. Ich kenne meinen Bruder, er sagt so etwas nicht aus Arroganz, sondern aus echter Anteilnahme. Trotzdem war ich verblüfft, den im Kern bewegt uns die gleiche Kraft, die Liebe. Wie kann es dann sein, dass wir so unterschiedlich auf jenes Treiben schauen? Heute wird mir klar, dass die Liebe zwei grosse Qualitäten hat. Zum einen ist es die Freude am Werden und dem Sein, aber sie ist auch leidensfähig an dem was möglich ist, aber noch nicht erfüllt ist. Wenn ich einen Menschen Liebe, dann freue ich mich über seine besonderen Gaben, seine Kreativität, Inspiration und Schaffenskraft, aber gleichzeitig leide ich auch mit ihm, wenn er sich selbst einmal im Weg steht. Dieses tief empfundene Mitgefühl und mit-leiden ist ein Teil der Liebe. Wäre die Liebe nicht fähig dazu, dann wäre sie nicht der rede wert, denn sie liebt nur was vollkommen ist. Sie hätte keine Freude am Werden dieser Welt. Die Liebe sieht das Potenzial und die Möglichkeiten und leidet gleichzeitig an der Begrenztheit.

Licht und Schatten des neuen Morgens

Der beschnittene Gott

Gott ist die Liebe! So wird es immer wieder gesagt. Wenn ich Gott also als Liebe bedenke, dann wird mir klar, dass auch Gott mit uns leidet. Liebe ist die Essenz jeder lebensstiftenden Beziehung, sei es zwischen Menschen, Völkern oder mir und Gott. Dazu braucht es aber immer zwei Parteien, mich und das Gegenüber, erst dann kann liebe entstehen. Wenn Gott also Liebe ist, dann braucht er diese Welt als Gegenüber. Es ist paradox, denn damit beschneidet er sich selbst in seiner Allmacht. Denn wenn das Gegenüber, ein echtes Gegenüber ist, dann kann er es nicht beherrschen, sondern es hat einen freien Willen. Wenn ich meine Frau wirklich liebe, dann beherrsche ich sie nicht, auch wenn mein Wille augenscheinlich gut ist, denn dann wurde sich der Grund jeder Beziehung auflösen – die Liebe. Die Liebe ist gebunden an das Gegenüber, ja Gott macht sich freiwillig abhängig von mir, weil er liebt. Mir ist bewusst, dass ich das tiefe Geheimnis des Lebens und Gottes nicht in diesem Text einfangen kann, aber dieser Gedanke ist für mich revolutionär. Er ist nicht alles, aber ein neuer Zugang für mich zu Gott. Wenn Gott uns alle dem Guten (lebensstiftenden) unterwerfen würde, dann hätte er sein innerstes Wesen verraten – die Liebe. Wie oft habe ich mir ein radikales Eingreifen Gottes gewünscht und nichts ist passiert. Doch dieses Eingreifen wäre keine Liebe, es wäre Zwang. Wenn wir als Paar in dieser Welt leben, dann sind wir trotzdem noch zwei Individuen. Es gibt eine klare Trennung zwischen beiden, doch durch die Liebe sind sie verbunden. So ist klar, dass diese Welt nicht Gott ist. Gott wirkt durch die Kraft der Liebe, doch für sich gesehen ist diese Welt eigenständig. Mein Partner kann meine Liebe verweigern oder nicht erwidern. Was in menschlichen Beziehungen passiert, das kann ich als Bild für Gottes Gegenwart in der Welt erkennen. Die Welt kann sich Gott verweigern. Mit dem Odem des Lebens wurde sie zum «Ausserhalb Gottes» und ist nicht an ihn gebunden. Wenn wäre sie mit Gott zwanghaft verbunden, dann wäre es keine Liebe und würde dem Wesen Gottes wiedersprechen.

Alles Leben ist abhängig

Das Wesen

Wie kommt es nun zu dem Moment am Kreuz? Es ist ein wackliger Versuch meinerseits dieses Geschehen einzuordnen und soll keines Falls belehrend sein. Zu umfassend ist es, was dort geschehen ist. Vielmehr habe ich für mich hier einen kleinen Griff gefunden, an dem ich mich festhalten kann, ohne das Geheimnis in seiner vollen tiefe zu begreifen. Denn wie in der Grabeskirche in Jerusalem gesehen, hangeln wir Menschen uns auf ganz unterschiedliche Weise an diesem Bild entlang, dennoch vereint in der Liebe. Wenn ich Gott als Liebe meditiere, dann gibt es keine grössere Kraft. Darin liegt die Allmacht Gottes, aber auch seine freiwillige Begrenzung. Aus einem Akt der Liebe heraus ist diese Welt geschaffen worden. Es war eine zeitraubende lange Geburt damit aus Gott etwas entsteht, was nicht Gott ist. Ich kann das nicht begreifen, noch argumentieren. Die Welt ist eigenständig, sie ist nicht Gott, doch aus seiner Liebe heraus entstanden. Es gibt ein Wort, dass uns in verschiedenen Formen in der Bibel immer wieder begegnet, da heisst es von Gott, «ich bin der ich bin» oder «ich bin der Ewige». Wenn wir unsere Weltgeschichte, die heiligen Bücher aller Religionen und auch die Bibel betrachten entdecken wir immer wieder, wie der Gott sich verändert. Er geht einen Weg mit den Menschen. In eindrücklichen Bildern wie Sodom und Gomorra, wird sogar gezeigt, dass Gott mit sich verhandeln lässt, wenn das Herz des Menschen aus der Liebe heraus handelt. Das «Ich bin der ich bin» deutet also nicht auf die Unfähigkeit Gottes hin, sich zu verändern (wäre er sonst noch allmächtig?) sondern auf den Grund seiner Seele – Liebe! Da ich persönlich in Gott das Optimum alles lebensstiftenden sehe, wird es die Liebe der Menschen übersteigen, die schon in unserer kleinen Welt eine grosse Kraft hat. Die Mythen der Antike, die Philosophen und Lehrer aller Zeiten, haben in der Liebe jene Kraft erkannt, die dem Tod entgegensteht. So haben schon griechische Philosophen gesagt, dass wahre Freundschaft die Bereitschaft in sich trägt, für den anderen im Zweifelsfall zu sterben, wenn es ihm zum Leben dient. Nicht weil der Freund gern sterben will, sondern weil es die Konsequenz der liebenden Freundschaft ist. Liebe, die Liebe bleibt, auch wenn sie den Tod bedeutet wird als grösste Kraft erkannt. Ein wenig wie bei «Romeo und Julia» in deren Geschichte die Tragik dieser Erkenntnis vereinfacht dargestellt wird. (ohne sicher je in die tiefen dieser Dynamik zu kommen) Auch Jesus berichtet, dass es keine grössere Liebe gibt, als wenn einer sein Leben lässt für seinen Freund. Gott wollte nicht das Jesus stirbt, doch Jesus konnte seinem Wesen aber auch nicht widersprechen. So hat er den Weg seiner Liebe bis zum Ende durchgeführt. Gottes Liebe, die Jesus auf dieser Erde verkörpert, wird getötet, abgelehnt, misshandelt und gefoltert. Die ganze Ablehnung dieser Welt gegenüber der Liebe manifestiert sich in diesem Akt. Die Kreuzigung wird so zum Symbol für den Hass der ganzen Welt, alle Egozentrik, den Stolz und den Hochmut der Menschen. Denn wir, die Welt ist unabhängig und wie oft sehe ich mich selbstverherrlichend als Gott meines eigenen Lebens und ignoriere meine Abhängigkeit von den Menschen und Gott. Die Liebe braucht kein Opfer! Doch sie ist bereit ans äusserste zu gehen und sich zu opfern, denn sie bleibt ihrem Wesen treu. Die Legionen Engel, die Jesus in der Nacht vor seinem Tod nicht für sich streiten lässt, sind ein Bild für meine eigene Allmachts-Phantasie die ich Gott andichten will. Doch das hätte die Liebe zerstört, die Menschen wären gezwungen gewesen Jesus als Gott zuerkennen. Gott geht mit uns den Weg bis ans Äusserste, durch den Tod hindurch.

Der gemeinsame Weg

Sein und Werden

Wenn ich heute das äusserliche Geschehen meines Lebens als Hinweis für ein Universum göttlichen Seins erkenne, als Bild von geistlichen Dingen, so muss der Tod Jesu auch über sich hinaus deuten. Er zeigt mir, wozu Liebe fähig sein kann. Sie kann dem Tod die Stirn bieten, als einzige Kraft des Universums. Durch Liebe kommen wir zum Leben und in der Liebe getragen werden wir unser Wesen auch über den Tod hinaus erhalten. Die Auferstehung ist somit der Gegenpol dieser Geschichte zwischen dem sich tatsächlich eine völlig neue Welt eröffnet. Gott ist ewig. Somit ist die Liebe ewig. Das eröffnet uns das Tor zu einer Ewigkeit für uns Menschen, wenn es uns gelingt dieser Liebe zu öffnen und selbst zu liebenden zu werden. Denn die Liebe kann nicht sterben, sie ist stärker als der Tod. Wenn ich selbst zum liebenden werden, dann besteht für mein Gegenüber die Möglichkeit durch mich zu wirken. Wenn meine Frau einen klaren Blick für etwas hat, an dem meine Seele blind ist, dann kann ich nur liebend ihre Hinweise annehmen. Sie gehen mir dann zu Herzen und ich werde so mein Leben verändern können. Vielleicht ausbrechen aus destruktiven Mustern. Auch wenn es weh tut. Jesus drückt es in einem Bild aus, er sagt, ein jeder soll sein Kreuz auf sich nehmen und ihm nachfolgen. Das bedeutet nicht, dass ich sterben muss, um des Glaubens willen, (das wäre Fanatismus) sondern dass ich das Kreuzfeuer in meinem Herzen aus Zweifeln, destruktiven und lebensstiftenden Gedanken erkenne und annehme. Meine Allmachts-Phantasie, dass ich mir allein genügen kann ist ein wesentlicher Hinderungsgrund dafür. Seine eigene Unvollkommenheit anzunehmen, aufzunehmen, zu tragen und der Liebe folgen ist der heilsamste und zu gleich schwerste Weg des Lebens. Je mehr ich selbst in der Liebe lebe, desto mehr kann Gott mit mir gemeinsam die besten Seiten des Lebens zum schwingen bringen. Wir können gemeinsam an uns, der Welt leiden und auch immer die Freude der Liebenden entdecken. Zu sehen was geworden ist und was noch werden kann, das ist Liebe! Die Liebe geht ans äusserste, nicht nur vor über 2000 Jahren, sondern auch heute geht Gott mit uns, in aller Sanftmut, Geduld und grosser Beständigkeit den Weg zum Leben. Gott wird mich niemals übergehen, alles was er will, ist mit mir gehen. Vielleicht erklärt es nicht alles, aber es ist ein Weg hin zu Gott.

Peter Elstner


English-Transalation

Love is stronger than death

It’s Easter! Not long ago, at the end of my pilgrimage, I had arrived at the (avoidable) place of the event in Jerusalem. The images are still fresh and vivid before my eyes. The Church of the Holy Sepulchre was so completely different from what I had expected, and yet it showed something of the mystery of life within me that I had previously ignored. It has thus become a seal, indeed the perfect conclusion of the journey. The city of Jerusalem and all its holy places radiate an inner beauty that is often hidden behind cracks and limitations.

Turning point?

Yesterday on Good Friday I sat alone in the afternoon in the church in Riggisberg. It was a beautiful moment. First I passed some wild spring flowers that lined the path up the hill, then I left the warm sun behind me and entered the relatively dark church room. Here I was alone. It reminded me a little of the Church of the Holy Sepulchre, I was not alone there, but it seemed very dark the day I entered it for the first time in my life. Somehow it was also fitting for Good Friday, when Christians commemorate an innocent torture death and see a glimmer of hope in it of all things. Since the journey the connection between external and internal things has become more and more clear to me. The world is interwoven in an incomparable way. Thus, external banalities can touch an inner core that is beyond our comprehension. It is the multidimensionality that opens a completely new view of this world for me and in which I very often experience God not as a one-way street, as so often in my life, but as a universe. Martin Schleske also calls it a cloud of possibilities in his book „Herztöne„. So the moment when I entered the dark room of the church in Riggisberg was also an inner moment of contemplation into a darkness which I like to avoid. Darkness, suffering, pain are sometimes unbearable for me. I myself am a person who is also known as an „avoider“. I like to avoid fear and pain, sometimes as a scaredy cat or as an excellent diplomat who finds an acceptable compromise in everything. Nevertheless it is (fortunately) always inevitable to face your own darkness and the shadows of the world. Yesterday it was voluntary, often it is not. At first it was a very peaceful atmosphere in the room where my heart could open. The centre, the very simple church is a small window picture in the chancel, you can see the picture of Jesus (I interpret it like this) whose hand is on the chest area. It is not quite clear whether the hand is making an inviting gesture or whether it is lying on the heart of the holy one, as if it wanted to tell me: You are in my heart! But it is precisely this ambiguity of the one that fascinates me. I can immerse myself completely in this simple image, which is only illuminated by a faint glow that finds its way into a meter-thick wall. It almost seems as if the church wants to protect a secret. The mystery of love. But the longer I stay in this room, the more restless I become. Doubts and questions creep in, which I like to avoid. This Jesus was tortured and killed. In the Church of the Holy Sepulchre and in churches all over the world there are always depictions of this scene, which is supposed to be a turning point. But what kind of God is it who demands a sacrifice for the turning point? Is he not to be compared with those who wage wars for peace? What does this say about my God, the one I like to talk about? Must blood really be shed (even if only once) so that the world has a chance to live in abundance? Is God not omnipotent?
I immerse myself completely in these questions and endure the uncertainty, because who has an answer to such a question? Who can justify death? Not me! In this silence I feel the biting doubts and yet a deep mystery which opens up before me like an ocean and wants to be explored. It is a moment that could not be more vivid, for it opens up the whole field of tension of being within me. I am in the crossfire of hope and doubt, ignorance and devotion, and my heart is the center where everything comes together in an „explosive“ mixture.

The suffering of love

When I leave the church I am blinded by the sun. I feel the warmth of the rays on my body, which has cooled down imperceptibly in the time it has spent there. When I set out on my way back I recognized this two-sidedness of my life. How often my faith becomes superstition, humility becomes false modesty, freedom becomes hidden fear of commitment, familiarity becomes habituation, awe becomes subservience, carelessness becomes real frivolity and love becomes anxious yieldingness, (according to Martin Schleske in „der Klang“) all this crosses in my life. We humans carry both the avoidable good and the evil, an observation that every philosopher and every religion has made. To avoid the black and white thinking I like to call the good also life-giving and the evil as life-preventing. But how does this disruption bring me closer to the Easter events? At the end of my pilgrimage in Jerusalem I have taken the Church of the Holy Sepulchre into my heart. At first I was a little shocked by the gloomy building, the hustle and bustle and the apparently completely unstructured architecture. As a European I am used to the clarity of the church buildings, which clearly lead the observer in one direction. But the Church of the Holy Sepulchre is a labyrinth, there is no clear centre and no unity. Here and there are niches and corners that deal with a part of the martyrdom of Jesus and come along with very different forms of faith. Visible are Catholic, Orthodox and Armenian church corners separated from each other and the tomb is enclosed under a dark stone bell in the already gloomy room. But in one of the last visits I could feel something like love. I sat on a staircase in one of the corners of this church, which is actually more of a compromise than a shrine, and watched as people entered the church. On my knees in front of the anointing stone, with the camera in front of my eyes, with my eyes lowered, talking, silently or praying, no matter what form, I saw hope and love in these people. The rituals, gestures and actions were an expression of their experience with the mystery of life and each one was an expression of love for God. I fell in love with this dark bizarre church, because in it the whole tension of life between limitation, darkness and the hope that goes beyond this space is shown. When I told my brother a few weeks later about this experience, (he himself had never been there before) he said that it would make him rather sad to see this ambiguity and the limitedness. I know my brother, he says such things not out of arrogance but out of genuine sympathy. Nevertheless I was amazed, because at the core we are moved by the same power, love. Then how is it possible that we look so differently at those things? Today I realize that love has two great qualities. On the one hand, it is the joy of becoming and being, but it is also capable of suffering from what is possible but not yet fulfilled. When I love a person, then I am happy about his special gifts, his creativity, inspiration and creative power, but at the same time I suffer with him when he stands in his own way. This deeply felt compassion and suffering is part of love. If love were not capable of this, then it would not be worth talking about, because it only loves what is perfect. It would not enjoy the creation of this world. Love sees the potential and the possibilities and at the same time suffers from limitation.

The circumcised God

God is love! That’s what they keep saying. So when I think of God as love, then I realize that God also suffers with us. Love is the essence of every life-giving relationship, be it between people, peoples or me and God. For this, however, it always needs two parties, me and the other person, only then can love arise. So if God is love, then he needs this world as a counterpart. It is paradoxical, because with it he curtails himself in his omnipotence. Because if the opposite is a real opposite, then he cannot control it, but it has free will. If I really love my wife, then I do not control her, even if my will is obviously good, because then the reason of every relationship would dissolve – love. Love is bound to the person opposite, yes, God makes himself voluntarily dependent on me because he loves. I am aware that I cannot capture the deep mystery of life and God in this text, but this thought is revolutionary for me. It is not everything, but a new approach to God for me. If God would subject all of us to the good (life-giving), then he would have betrayed his innermost being – love. How often have I wished for a radical intervention of God and nothing happened. But this intervention would not be love, it would be compulsion. If we live as a couple in this world, then we are still two individuals. There is a clear separation between the two, but through love they are connected. So it is clear that this world is not God. God works through the power of love, but seen in isolation, this world is independent. My partner can refuse or not return my love. What happens in human relationships I can see as an image of God’s presence in the world. The world can refuse God. With the breath of life it has become „outside God“ and is not bound to him. If it were compulsively bound to God, it would not be love and would contradict the nature of God.

The Nature

How does the moment on the cross come about? It is a shaky attempt on my part to classify this event and is not intended to be instructive. What happened there is too comprehensive. Rather, I have found a small handle for myself here, to which I can hold on to without understanding the mystery in its full depth. For, as seen in the Church of the Holy Sepulchre in Jerusalem, we human beings cling to this image in very different ways, yet united in love. When I meditate God as love, there is no greater power. Therein lies the omnipotence of God, but also his voluntary limitation. This world was created out of an act of love. It was a time-consuming long birth so that something which is not God could come from God. I cannot understand this, nor can I argue. The world is independent, it is not God, but was created out of his love. There is a word that we encounter again and again in different forms in the Bible, it says of God, „I am who I am“ or „I am the Eternal“. When we look at our world history, the holy books of all religions and also the Bible, we discover again and again how God changes. He walks a path with the people. In impressive pictures like Sodom and Gomorrah, it is even shown that God can be negotiated with himself, if the heart of man acts out of love. So the „I am who I am“ does not point to the inability of God to change (would he otherwise still be omnipotent?) but to the bottom of his soul – love! Since I personally see in God the optimum of all life-giving things, it will exceed the love of human beings, which already has a great power in our small world. The myths of the ancient world, the philosophers and teachers of all times, have recognized in love that power which opposes death. Greek philosophers have already said that true friendship carries within it the willingness to die for the other in case of doubt, if it serves him to live. Not because the friend is willing to die, but because it is the consequence of loving friendship. Love, love remains, even if it means death, is recognized as the greatest force. A little like in „Romeo and Juliet“ in whose story the tragedy of this recognition is presented in a simplified way. Jesus also reports that there is no greater love than when a person gives his life for his friend. God did not want Jesus to die, but Jesus could not contradict his nature. So he carried the way of his love to the end. God’s love, which Jesus embodies on this earth, is killed, rejected, abused and tortured. The whole rejection of this world towards love is manifested in this act. The crucifixion thus becomes a symbol of the hatred of the whole world, all egocentricity, pride and arrogance of human beings. Because we, the world is independent and how often I see myself glorifying myself as the God of my own life and ignoring my dependence on people and God. Love needs no sacrifice! But it is ready to go to the extreme and to sacrifice itself, because it remains true to its nature. The legions of angels, which Jesus does not let fight for himself in the night before his death, are an image for my own omnipotence fantasy which I want to attribute to God. But that would have destroyed love, people would have been forced to acknowledge Jesus as God. God goes with us the way to the extreme, through death.

being and becoming

If today I recognize the external events of my life as an indication of a universe of divine being, as an image of spiritual things, then the death of Jesus must also point beyond itself. It shows me what love can be capable of. It can defy death, as the only power in the universe. Through love we come to life and in love we are carried, we will also preserve our being beyond death. The resurrection is therefore the opposite pole of this story between which a completely new world actually opens up. God is eternal. Therefore love is eternal. This opens the door to an eternity for us human beings, if we succeed in opening up to this love and becoming loving ourselves. Because love cannot die, it is stronger than death. When I myself become a loving one, then there is the possibility for my counterpart to work through me. If my wife has a clear view of something to which my soul is blind, then I can only lovingly accept her hints. They then go to my heart and I will then be able to change my life. Maybe break out of destructive patterns. Even if it hurts. Jesus expresses it in a picture, he says, everyone should take up his cross and follow him. This does not mean that I have to die for the sake of faith (that would be fanaticism) but that I recognize and accept the crossfire in my heart of doubts, destructive and life-giving thoughts. My omnipotence fantasy that I alone can be enough for myself is a major obstacle to this. To accept, take up, carry and follow one’s own imperfection is the most salutary and at the same time the most difficult way of life. The more I live in love myself, the more God can make the best sides of life vibrate together with me. We can suffer together in ourselves, in the world and always discover the joy of those who love. To see what has become and what can still become, that is love! Love goes to the extreme, not only more than 2000 years ago, but also today God walks with us, in all gentleness, patience and great constancy on the way to life. God will never pass over me, all he wants is to walk with me. Perhaps it does not explain everything, but it is a path towards God.

by Peter Elstner

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