Kind, steh auf!

Spinnst du? Manchmal frage ich mich das schon. Wenn sich meine Gedanken verlieren und Bilder, Gedanken vor meinen Augen verschmelzen. Dennoch spüre ich, dass sie nicht destruktiv sind, sondern lebensfreundlich sind. Sehr oft stehe ich gestärkt aus ihnen auf und kann meinen Alltag in neuer Qualität beginnen. So ist es geschehen vor ein paar Tagen. Doch der Wert liegt nicht in dieser Erfahrung, sondern was diese Momente in meinem Herzen auslösen. Aber lest selbst.

Berge in Österreich auf meinem Weg nach Jerusalem

Der Moment

Was habe ich doch für ein Glück – denke ich mir, als ich bei einem Spaziergang auf meiner „Lieblingsbank“ platznehme. Für viele hat sich die Bewegungsfreiheit für die Pandemie in den letzten Tage stark eingeschränkt, so auch für mich. Darum geniesse ich die Momente an der frischen Luft, an dem ich das Stück Freiheit, welches mir derzeit bleibt geniessen will. Das klappt nicht immer gleich gut. Es gibt Tage, da bin ich voller Gedanken und Fragen. Mein Auge hat keinen Blick für die Natur oder die Schönheit die mich umgiebt. Ich denke die ganze Zeit über Dinge nach die mich belasten oder mir Angst machen, mein Geist kommt einfach nicht zur Ruhe. Die Worte in meinem Kopf drehen sich im Kreis, wie eine Katze die völlig rastlos ihren eigen Schwanz jagt und dabei nicht versteht, dass sie ihn niemals ganz erhaschen kann. Manchmal sind diese Gedanken dann auch wie ein Seil, dass ich mir mit jedem Kreis um mein Herz schlinge. Es wird immer enger, sodass ich kaum noch atmen kann. Ich sehe dann voller Sorgen, Angst und Zweifel in die Zukunft. Meine Gedanken nehmen mich gefangen. Ja, sie rauben mir jeden Freiheit! Mehr als jedes Verbot der Regierung es bisher schaffen konnte. Denn wenn sich mein Herz in der Angst zusammenkrümmt wie ein kleines Kind, wenn es grossen Kummer hat, dann werde ich kraftlos. Die Angst raubt mir die Freiheit und meine Kraft. Ich spüre den abgenutzen Lack der Bank, als ich im sitzen meine beiden Hände links und rechts neben mir ablege. Sie öffnen sich nach oben, als wollte ich unterbewusst etwas empfangen von dem was mein Auge sieht – Weite und Frieden.

Vor mir das Gürbetal das zu meiner Linken Richtung Bern führt, dessen Ausläufer ich gerade noch so erkennen kann. Zu meiner recht führt mich der Blick über kleine Hügel hinweg nach Thun, den See und die mächtigen Berge. Das Berner Oberland mit all seiner Kraft und seiner ewigen Ruhe. Während der See im grauen dunst liegt, erheben sich diese Berge im goldenen Licht der Abendsonne. Meine Gedanken entschleunigen sich bei diesem Anblick heute. Es ist etwas, dass ich selber nicht machen oder herstellen kann. Der Moment des Friedens ist ein Geschenk. Und ich denke bei mir – Was habe ich doch für ein Glück. Der Moment wird zu Gnade.

Blick ins Berner Oberland

Die springenden Berge

Wenn ich die Berge betrachte muss ich immer wieder daran denken, was Jesus einmal gesagt hat. Wir können diese Giganten versetzten oder bewegen, wenn wir Glauben hätten, der nur so gross wäre wie ein winziges Senfkorn. (nach Math. 17;20) Noch vor ein paar Jahren wollte ich genau das können. Es ging mir dabei nicht um die Berge, sondern darum, einen Glauben zu besitzen der die Macht, hat Dinge zu verändern, im grossen Stil. Dabei fällt mir im Schreiben auf, dass ich unterbewusst die Worte besitzen und Macht verwendet habe, die viel über meine Intension verraten. Wundersame Taten, die von der Grösse einer unsichtbaren Kraft zeugen, sollten geschehen. Heute erkenne ich, dass ich damit mein eigenes Vertrauen wohl nur aus den Zweifeln befreien wollte. Hinter einer ehrbaren Idee, versteckt sich bei mir noch häufig ein unehrenhafter Ursprung oder simple Unsicherheit. Nach meiner Reise, hat sich dieser Blick auf die Berge verändert. Von ihnen geht zwar noch immer die Schönheit in Perfektion aus, sie sind auch weiterhin für mich ein Sinn(vor)bild in Sachen Kraft, Geduld und Ruhe. Auch ihre Weisheit hat nach der Reise nichts an der Anziehungskraft verloren. Ich spüre wie sich in diesem Anblick langsam der Schleier hinunter in die Tiefe verzieht, während die felsigen Kanten der Giganten in einem warmen Licht erscheinen, dass auf mich abstrahlt, obwohl die Luft auch heute wieder sehr kalt ist. In den letzten Tagen habe ich immer wieder gessucht, was sich am Blick auf die Berge verändert hat, ich konnte es nicht sagen. Doch heute schaffte es ein Gedanke aus meiner Seele an die Oberfläche – Ich will die Berge nicht versetzten, sie sind gut so! Zum Glück war ich allein, denn etwas irritiert habe ich schon geguckt, als dieser Impuls, wie eine kleine Luftblase aus dem tiefen Meer, an die Oberfläche gekommen ist. Heisst das ich kapituliere? Gebe ich etwa auf!? Soll mein Leben oder diese Welt nicht besser werden? Ist das Alles? Sofort protestiert mein Verstand und zettelt durch seine Fragen eine Rebellion im Inneren gegen diese neue Idee an. Nachdem sich mein Verstand ausgetobt hat, fällt mein Blick wieder auf die weissen Gipfel. Ganz intensiv schaue ich sie eine ganze Weile an. Mein Blick wird immer eindringlicher. Wie mit einem Feldstecher fokussiere ich die Flanken, Falten und Konturen der Riesen und hole sie so ganz nah zu mir heran. Doch was war das? Haben sie sich etwa…das kann doch nicht sein! Ich muss verrückt sein. Für einen kurzen Moment dachte ich wirklich, dass die weissgoldenen Spitzen gezuckt haben. Ja! Ich könnte schwören, da war eine Bewegung, kurz und zackig, bis sie wieder in diesen ewig ruhigen Zustand zurück gekommen sind, in dem sie schon Jahrtausende liegen. Ich schüttel meinen Kopf und kneife mich, jetzt drehe ich durch. Ich bekomme wirklich zu wenig Sauerstoff derzeit, denke ich noch bei mir. Ob Hirngespinnst oder nicht, für eine Millisekunde hatte ich vielleicht wirklich das Gefühl, die Berge bewegen zu können. Doch mein inneren Impuls war in diesem Moment sie dort zu belassen wo sie waren. Ohne darüber nachzudenken. Wer bin ich, dass ich die Ordnung der Welt in Frage stellen kann? Würde ich mit meinem Eingriff nicht ein Teil der Schönheit und der Weisheit dieser Landschaft vernichten? Der Berge sind dort wo sie sind, denn sie sind gut so!

Die ruhenden Giganten

Kind, steh auf!

Vielleicht kommt dir das jetzt etwas merkwürdig vor. Ob die Berge nun springen können oder nicht spielt aber nur eine zweitrangige Rolle. Wahrscheinlich war es eine Irritation aus dem verträumten und intensiven Blick heraus, trotzdem hat dieser Moment doch meine Seele und meine Gedanken auf die Reise geschickt. Der springende Punkt ist nicht der springende Berg sondern die Tatsache, dass ich keinen Drang verspürte etwas zu verändern.

Vergangene Woche habe ich begonnen ein Buch zu lesen. Der Titel lautet – Das Kind in dir muss Heimat finden – von der Autorin Stefanie Stahl. Es war ein Bestseller und will mich lehren, die unbewussten Kämpfe und Dynamiken zu erkennen und zu heilen. Einige Jahre habe ich mich vor solchen Büchern in dem es um die menschenliche Psyche geht gefürchtet. Ich dachte oft, dass sie mir meinen Glauben rauben können, weil sie alles wissenschaftlich belegen und nachweisen können. Wie blind ich doch war. Vermutlich habe ich bis heute einige blinde Punkte die ich noch entdecken muss. Zu meinem Erstaunen, stärken sie mich in meinem Glauben, weil sie Dynamiken aufdecken, die auch ich andere Menschen in ihrer Spiritualität bereits entdeckt haben, nur anders beschrieben haben. Trotzdem kann man von der Wissenschaft auch immer wieder etwas Neues entdecken und seine eigene Spiritualität bereichern. Ein ignoranter Glaube vermag so etwas nicht. In ihrem Buch, ich bin noch am Anfang, stellt Stefanie Stahl mir zwei innere Kinder vor. Das Schattenkind, dass verletzte Kind, welches sich nach Heilung sehnt und das Sonnenkind, welches unsere Stärke, Neugier und Tugenden inne hat. Diese Bilder für unsere innere Dynamik haben mich fasziniert, obwohl ich dachte, dass ich schon einiges davon weiss. Doch mit dem bildlichen Ausdruck hat das Verständnis für diese inneren Konflikte zugenommen. Mir gelingt es barmherziger mit mir selbst und meinen Schatten- und Sonnenseiten umzugehen. Nachdem ich die Berge nun ins wanken gebracht hatte, folgte ich diesem Gedanken weiter. Ich wurde an eine Bibelstelle erinnert die ich einige Zeit zuvor gelesen hatte, in der sagt Jesus einem verstorbenen Kind zu in dem er es bei der Hand nahm: Kind, steh auf! (Luk. 8; 54) In dem Augenblick, als mir das in den Sinn kam, war es, als wurde es zu mir gesagt. Peter steh auf! Der Satz hallte etwas nach. Ich fühlte mich verbunden mit den Schattenseiten meines Leben. Mit dem Schattenkind Peter, dass sich gekrümmt für Schmerz in einer Ecke meines Inneren versteckt hatte. Mein Arm streckte sich diesem Kind entgegen, als wäre sie geführt durch eine innere Kraft und eine Stimme sagt: Kind steh auf! Das kleine, total verheulte Kind unterbrach sein schluchzen und wirkte so irritiert wie ich. Verblüfft von dem, was ich da vor meinem inneren Auge wahrnahm, atmete ich tief ein. Als hätte sich die Schlinge um das Herz, welche mir meine Gedanken, Ängste und Zweifel gelegt haben, etwas gelockert. Das spannende an dieser Geschichte aus der Bibel ist, dass Jesus danach die Leute auffordert dem Kind etwas zu Essen zu geben. Der Neuanfang war gemacht, dennoch brauchte es nach dieser Wiedergeburt noch Stärkung um die ersten Schritte zu wagen. Das Wunder war geschehen, dennoch bedurfte es noch der Stärkung. Diese Geschichte kenne ich eigentlich schon lang, doch so persönlich ist sie mir nie zuvor gezeigt worden. Die Eindrücke aus dem Buch von Stefanie Stahl haben mir eine neue Dimension meiner selbst und des Glaubens ermöglicht. Ich bin mir sicher, dass es noch einige solcher Momente benötigt um mein Schattenkind zu trösten, doch ich habe einen Zugang zu ihm gewonnen.

Das habe ich vor über 15 Jahren gemalt -pasd

Einen Weg gefunden

Und ich stand auf! Meine Beine waren in der zwischenzeit kalt geworden. Der goldene Glanz der Berge war verschwunden und dem Grau der Dämmerung gewichen. Zögerlich setzte ich die ersten Schritte zurück. Innerlich ein wenig freier, trat ich freiwillig den Weg in die Quarantäne an. Wer den Glauben hat, Berge zu versetzten, der hat auch Kraft genug diese zu überwinden, denke ich bei mir. Ich brauche die Berge nicht zu versetzten, sondern ich kann an ihnen über mich hinauswachsen. Sie sind gut, da wo sie sind. Ihrer Weisheit der Berge liegt darin, dass sie unverrückbar sind. Von denen, die sie jedoch versetzten könnten, werden stehen gelassen, weil sie den Wert ihres Platzes erkennen. So verändert der Glaube vielleicht nicht, wie ich es so oft erhofft habe die Umstände, sondern meine eigene Kraft auf das Äussere zu reagieren. In eine Interaktion zu treten. Mich dem zu stellen, was mir geboten ist und nicht die Flucht in Wundern zu suchen. Steh auf, stell dich dem Berg! Stell dich der Enge sie führt dich über dich hinaus. Über diese Gedanken empfinde ich bis heute Glück. Und somit schliesst sich der Gedankenkreis doch wieder, aber auf eine lebensstiftende Art. Das Kind ist nicht geheilt, das Empfundene Glück wird nicht von Dauer sein, doch ich habe einen Weg entdeckt, der mich durch die Enge führt. Vielleicht ist es eine grössere, herausforderndere Pilgerreise, als mein Weg zu Fuss nach Jerusalem. Vielleicht führt dieser Weg mich durch mehr dunkle Täler, grössere Sturzbäche der Tränen, Kälte und über mehr Berge, doch führt er mich zum Leben. Nach dem Spaziergang konnte ich JA sagen zu allen Äusseren Umständen der andauernden Pandemie. Seit diesem Zeitpunkt fällt es mir leichter zu Hause zu bleiben und ich werde Dankbar.

romantische Weg nach Jerusalem

PS: Ich bin ein glücklicher Mensch, und meine Wege sind gesegnet. Der Pilgerweg nach Jerusalem, war ursprünglich für 2020 angedacht, doch ich hätte ihn wohl nicht gehen können. Nach meiner Rückkehr konnte ich eine Arbeit beginnen, die ich nun auch von zu Hause aus erledigen kann. Was für eine Gnade, wenn ich sehe welche Widrigkeiten manche Menschen heute überstehen müssen. Welche Sorgen sie haben. Das Glück ist ein Geschenk. Es ist Gnade. So merke ich, wie mein Weg unsichtbar geführt wurde, obwohl ich meine Schritt offensichtlich allein gemacht habe.

Kind steh auf!

by Peter Elstner

Ein Lied aus der Gemeinschaft von Taizé kommt mir dabei noch in den Sinn, welches ich nicht verheimlichen will. Es schafft in meinem Herzen auch immer einen Raum, voller Hoffnung und Frieden.

Behüte mich, Gott. Ich vertraue dir. Du zeigst mir den Weg zum Leben. Bei dir ist Freude; Freude in Fülle. (aus Taizé)

Nicht immer geht es so schön gerade aus

English-Translation

Get up!

Are you crazy? Sometimes I wonder. When my thoughts get lost and images, thoughts melt before my eyes. Yet I feel that they’re not destructive, but life-friendly. Very often I get up strengthened from them and can start my everyday life in a new quality. This is what happened a few days ago. But the value lies not in this experience, but what these moments trigger in my heart. But read for yourself.

The Moment

How lucky I am – I think to myself, as I take a walk on my „favourite bench“. For many people, the freedom of movement for the pandemic has been severely restricted in recent days, and so have I. That’s why I enjoy the moments in the fresh air, where I want to enjoy the piece of freedom that is left to me at the moment. That does not always work out equally well. There are days when I am full of thoughts and questions. My eye has no sight for nature or the beauty that surrounds me. All the time I am thinking about things that burden me or frighten me, my mind just can’t get to rest. The words in my head go round and round like a cat that is restlessly chasing its own tail, not understanding that it can never quite catch it. Sometimes these thoughts are like a rope that I wrap around my heart with every circle. It gets tighter and tighter so that I can hardly breathe. Then I look into the future full of sorrow, fear and doubt. My thoughts take me captive. Yes, they rob me of my freedom! More than any government ban has ever achieved. For when my heart writhes in fear like a small child, when it is in great distress, then I become powerless. Fear robs me of my freedom and my strength. I can feel the worn paint on the bench as I lay both my hands to the left and right of me. They open upwards as if subconsciously I wanted to receive something of what my eye sees – vastness and peace.

In front of me the Gürbetal that leads to my left towards Bern, whose foothills I can barely make out. To my right the view leads me over small hills to Thun, the lake and the mighty mountains. The Bernese Oberland with all its power and eternal peace. While the lake lies in the grey haze, these mountains rise in the golden light of the evening sun. My thoughts slow down at this sight today. It is something that I cannot make or produce myself. The moment of peace is a gift. And I think to myself – What a lucky thing I have. The moment becomes grace.

The jumping mountains

When I look at the mountains, I always have to think about what Jesus once said. We can move or move these giants if we had faith as big as a tiny mustard seed. (after Math. 17:20) Just a few years ago I wanted to be able to do exactly that. It was not about the mountains, but about having a faith that has the power to change things on a large scale. In writing, I notice that I subconsciously have the words and used power that reveal a lot about my intention. Wondrous deeds that testify to the greatness of an invisible power should happen. Today I realize that I probably only wanted to free my own trust from doubts. Behind an honourable idea, I often hide a dishonourable origin or simple uncertainty. After my journey, this view of the mountains has changed. From them the beauty still emanates in perfection, but they are still for me a model of strength, patience and calmness. Also their wisdom has lost nothing of its attraction after the journey. I feel how in this view the veil slowly disappears into the depths, while the rocky edges of the giants appear in a warm light that radiates on me, although the air is very cold again today. During the last days I have been searching again and again what has changed in the view of the mountains, I could not tell. But today a thought from my soul made it to the surface – I don’t want to move the mountains, they are good that way! Luckily I was alone, because I was already looking a little irritated when this impulse, like a small bubble of air from the deep sea, came to the surface. Does that mean I capitulate? Do I give up? Shouldn’t my life or this world get better? Is that all? Immediately my mind protests and through its questions instigates a rebellion within against this new idea. After my mind has let off steam, my gaze falls again on the white peaks. I look at them intensively for quite a while. My gaze becomes more and more insistent. Like with binoculars I focus on the flanks, folds and contours of the giants and bring them very close to me. But what was that? Did they just… It can’t be! I must be crazy. For a short moment I really thought that the white-golden tips were twitching. Yes! I could swear there was a movement, short and snappy, until they returned to that eternally calm state they have been in for thousands of years. I shake my head and pinch myself, now I am going crazy. I really don’t get enough oxygen at the moment, I still think to myself. Whether fantasy or not, for a millisecond I might really have had the feeling that I could move the mountains. But my inner impulse at that moment was to leave them where they were. Without thinking about it. Who am I to question the order of the world? Wouldn’t I destroy a part of the beauty and wisdom of this landscape with my intervention? The mountains are where they are, because they are good that way!

Child, get up!

Maybe this seems a little weird to you now. Whether the mountains can jump or not is a secondary consideration. Probably it was an irritation from the dreamy and intense gaze, but still this moment sent my soul and my thoughts on the journey. The crucial point is not the jumping mountain but the fact that I did not feel the urge to change anything.

Last week I started to read a book. The title is – Das Kind in dir muss Heimat finden – by the author Stefanie Stahl. It was a bestseller and wants to teach me to recognize and heal the unconscious struggles and dynamics. For some years I have been afraid of books like this, which deal with the human psyche. I often thought that they could rob me of my faith, because they can prove and prove everything scientifically. How blind I was. Probably I still have some blind spots I still have to discover. To my astonishment, they strengthen me in my faith, because they reveal dynamics that other people have already discovered in their spirituality, but have described differently. Nevertheless, one can always discover something new from science and enrich one’s own spirituality. An ignorant faith is not able to do this. In her book, I am still at the beginning, Stefanie Stahl introduces me to two inner children. The shadow child, the wounded child, who longs for healing and the sun child, who holds our strength, curiosity and virtues. These pictures for our inner dynamics fascinated me, although I thought that I already knew some of it. But with the pictorial expression the understanding for these inner conflicts has increased. I manage to be more merciful with myself and my shady and sunny sides. Now that I have rocked the mountains, I followed this thought further. I was reminded of a Bible passage I had read some time before, in which Jesus says to a dead child by taking him by the hand: Child, get up! (Luk. 8; 54) The moment this came to my mind, it was as if it was said to me. Peter get up! The sentence echoed somewhat. I felt connected to the dark sides of my life. With the shadow child, Peter, who was hiding curled up in a corner of my inner being for pain. My arm stretched out towards this child as if guided by an inner force and a voice said: „Child stand up! The small, totally crying child interrupted his sobbing and seemed as irritated as I was. Astounded by what I perceived in front of my inner eye, I took a deep breath. As if the noose around my heart, which my thoughts, fears and doubts had put on my mind, had loosened a little. The exciting thing about this story from the bible is that Jesus then asks people to give the child something to eat. The new beginning was made, but after this rebirth it still needed strengthening to take the first steps. The miracle had happened, but still it needed strengthening. I have known this story for a long time, but it has never been shown to me so personally before. The impressions from Stefanie Stahl’s book have given me a new dimension of myself and faith. I am sure that it still needs a few more such moments to comfort my Shadow Child, but I have gained access to him.

Found a way

And I got up! My legs had become cold in the meantime. The golden glow of the mountains had disappeared and given way to the grey of dusk. Hesitantly, I took my first steps back. A little freer inside, I voluntarily took the way into quarantine. Whoever has the faith to move mountains, also has strength enough to overcome them, I think to myself. I do not need to move mountains, but I can grow beyond myself by moving them. They are good where they are. Their wisdom of the mountains is that they are immovable. But those who could move them are left standing because they recognize the value of their place. So perhaps faith does not change circumstances as I have so often hoped, but my own power to respond to the external. To enter into an interaction. To face what is commanded to me and not to seek escape in miracles. Stand up, face the mountain! Face the narrowness it leads you beyond you. Over these thoughts I feel happiness until today. And so the circle of thoughts closes again, but in a life-giving way. The child is not cured, the happiness I felt will not last long, but I have discovered a way that leads me through the narrowness. Perhaps it is a greater, more challenging pilgrimage than my way to Jerusalem on foot. Perhaps this path will lead me through more dark valleys, bigger torrents of tears, cold and over more mountains, but it will lead me to life. After the walk I could say YES to all the external circumstances of the ongoing pandemic. Since then it is easier for me to stay at home and I become grateful.

PS: I am a happy person and my ways are blessed. The pilgrimage to Jerusalem was originally planned for 2020, but I probably could not have made it. After my return I was able to start a work that I can now do from home. What a grace when I see what adversities some people have to overcome today. What worries they have. Happiness is a gift. It is grace. This is how I realize how my path has been led invisibly, even though I have obviously taken my steps alone.

Child, get up!

by Peter

A song from the Taizé Community still comes to my mind, which I do not want to hide. It also always creates a space in my heart, full of hope and peace.

Keep me safe, God. I trust in you. You show me the way to life. With you there is joy; joy in abundance. (from Taizé)

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