Raum und Zeit

Keuchend und völlig ausser Atem komme ich am obersten Punkt des Laufes an. Vor mir breitet sich das Tal aus und ich lasse meinen erschöpften Körper ruckartig auf eine Holzbank plumpsen. Der Atem strömt immer noch kraftvoll in meine Lungen und macht Brustraum weit und frei. Ein tiefer Friede durchströmt mein Herz, als ich auf die kleinen Lichter in der Ferne sehe. Was für eine Weite, was für eine Zeit.

Bewegte Zeit

In den Tagen nach meiner Reise nach Jerusalem spüre ich immer wieder, wie mir die Bewegung fehlt. Es ist schon ein schönes Bild für unser Leben, dass Bewegung unserem Körper gut tut. Wir brauchen sie um gesund zu bleiben. Der Mensch ist eine Einheit aus Körper, Seele und Geist, darum verhält sich das genauso in meinem Inneren. Ist unser Geist und unserer Seele festgefahren in Meinungen, dann tut es uns nicht gut. Durch dauerhaften inneren Stillstand werden wir auch innerlich krank an Bitterkeit, Sturheit und Arroganz. Bewegung ob körperlich oder geistig sollte uns dennoch nicht zu Getriebenen machen, auch hier lohnt sich die Suche nach der Balance. Ruhephasen sind genauso wichtig, denn sie verschaffen uns Zeit zum Regenerieren und Erholen. Vieles wird erst im Ruhen darüber verarbeitet oder gewinnt an Kraft. Beides im Einklang macht mich stark und widerstandsfähig. Da ich nun nicht mehr jeden Tag auf den Wegen des Jerusalemweges gehe, muss ich mir in meinem Alltag Platz schaffen für die Bewegung. Das gelingt mir nicht immer so gut und besonders in den ersten Tagen nach der Reise hatte ich wirkliche grosse Mühe einen Rythmus oder ein Ritual zu finden. Als ich an jenem Abend beim Joggen auf der Anhöhe angekommen bin, spürte ich die Bedeutung dieses kleinen Aus- / Aufbruchs aus meinem Alltag. Wenn ich laufen gehe, dann ist es Zeit die nur für mich reserviert ist, in der mich niemand stören kann. Es ist auf eigenartige Weise auch eine symbolische Flucht aus dem was mir im Alltag Sorgen bereitet oder mich ängstigt. Mitten in der Flut des Gewöhnlichen gewinne ich Abstand um die Dinge klarer zu sehen. Es hilft mir, denn ich kehre gestärkt zurück und kann mein Leben besser gestalten.

Raumzeit

Auf der Holzbank sitzend, beruhigt sich der Atem langsam und ich lege meinen Kopf in den Nacken. Mein Blick wandert damit in den Himmel. Es ist dunkel. Ein kühler Luftzug zieht an meinem Rücken vorbei. Erst jetzt realisiere ich, dass ich von der Dunkelheit komplett umhüllt bin, wie mit einer Decke. Einzig die Lichter im Tal und die Sterne sind Beweise für die Existenz dieser Erde. Die Stille hebt sich genau wie die Dunklheit um mich herum. Es ist ein interessantes Gefühl, wenn Stille, also das Nichts, sich dynamisch erhebt und in mir Aufsteigt, als wäre sie lebendig. Ich lerne in diesem Moment die Nacht und den Abend mit seinem Schweigen neu schätzen. Hier weitet sich nicht nur mein Herz durch den Atem der Anstrengung sondern auch meine Gedanken haben Platz und Muse sich auszudehnen. Ich brauche mehr Raum und Zeit, denke ich bei mir. Ja dieses Wortspiel drückt es wohl am besten aus, was mir in jenem Moment wichtig geworden ist. Meine Gedanken fliegen nun wirklich durch Raum und Zeit. Wir Menschen verwenden diesen Begriff als Synonym für die Unendlichkeit oder das Universum. Ohne dabei genauer auf die bekannte Relativitätstheorie von Albert Einstein einzugehen oder die Gravitation zu erklären (das ist gar nicht so leicht), ist es schon faszinierend zu begreifen, dass ein Raum eigentlich erst entsteht wenn man mindestens zwei Bezugspunkte hat. Der Weltraum ist nur deshalb ein Raum, weil ausserhalb unserer Erde noch andere Dinge existieren, auf die wir uns beziehen können. Wäre im Universum nichts ausser unserem Erdball, so würden wir wahrscheinlich nicht von einem Weltraum reden, denn wir haben nichts womit wir uns in Beziehung setzen können. Auf gleiche Weise verhält es sich mit der Zeit. Sie ist eigentlich nur eine physikalische Grösse und dennoch wissen wir, dass sie für uns manchmal unsäglich langsam vergeht und ein anderes Mal viel zu schnell. Wer aus einem Flugzeug auf die Erde schaut, der könnte zur Meinung gelangen, dass die Erde sich schneller bewegt als sonst, weil die vielen Landschaften an einem vorbei ziehen. Als ich nach dem Aufenthalt in Jerusalem zurück in die Schweiz geflogen bin, habe ich einige Landschaften unter mir entdeckt, durch die wir Wochen zuvor gewandert sind. Was ich hier in einigen Minuten überquere, dafür hatten wir Tage oder Wochen gebraucht. Das war ein merkwürdiges Gefühl, was ich schon einmal erlebt habe, als ich mit dem Bus von Leon am Jakobsweg zurück in den Alltag gefahren bin. Unabhängig davon was uns diese Theorie von Einstein sagen kann, denn so richtig verstehe ich sie eigentlich nicht, zeigt sie mir, dass die Welt um mich herum immer davon abhängt, aus welcher Perspektive ich sie betrachte. Mein heutiger Blick auf diese Erde ist relativ. Er ist niemals ganzheitlich und vollkommen.

Abschotten und Luft holen

Wenn ich den öffentlichen Verkehr nutze, dann kommt es immer wieder vor, dass ich meine Kopfhörer nehme und mir Musik anhöre während die Welt im Zug an mir vorbei rauscht. Das machen viele Menschen heute so. Bei mir kommt es ganz auf die Tagesform an. Bin ich noch frisch und voller Energie mache ich das selten. Doch wenn ich einen anstrengenden Tag, eine schlechte Nacht oder eine intensive Begegnung hatte, dann hilft mir die Musik dabei, mich abzuschotten. Wenn ich im Zug so um mich schaue, sehe ich wieviele Menschen die diese Abschottung scheinbar nötig haben. Im Alltag werden wir immer wieder mit ganz vielen Dingen konfrontiert und es fällt uns schwer sich davon abzugrenzen. Unsere Seele und unser Geist muss viel verarbeiten und neben unserer Geschäftigkeit bleibt eigentlich wenig Zeit dafür. Unsere Sinnesorgane sind darauf ausgelegt unsere Umgebung zu verstehen und zu realisieren. Wenn es viel Bewegung im direkten Umfeld gibt, wird sich das Sehen nur um die Dinge kümmern, die ganz in unserer Nähe passieren. Wer schon mal durch einen vollen Bahnhof gelaufen ist, der weiss was ich damit meine. Wir nehmen nur das war, was wir in direkter Umgebung haben, damit wir ohne Kollision unseren Weg aus dem Gebäude finden. Ähnlich geht es uns mit den Ohren, die einen entscheidenden Teil für die Orientierung beitragen. Selbst unsere Haut nimmt in dieser Situation das war, was uns am nächsten kommt. Ein Luftzug den ich spüre während eine Person an mir vorbei zieht sagt mir: Das war aber knapp. Wir verschwenden in diesen Momenten keinen Gedanken an das, was in der Ferne liegt, denn wir haben alle Sinne voll damit zu tun uns einen Weg durch das Gedränge zu bahnen. Uns fehlt in diesem Moment die Perspektive, weil wir von dem Gegenwärtigen voll eingenommen werden. Das Bild vom Weg aus dem Bahnhof ist natürlich auch anwendbar auf unseren Alltag, die Sorgen, Pflichten und unsere Geschäftigkeit, die alle Sinne auf sich ziehen. Da bleibt mir manchmal keine Perspektive. Ab und an verirre ich mich auch in dem Kampf mit dem was mich umgibt, weil der Blick in die Ferne verloren geht und ich den Ausweg nicht mehr finde. Darum wundert es mich nicht, dass ich die Kopfhörer nehme und einen Teil meiner Wahrnehmung abschotte. Ich möchte mich abgrenzen zu der Unruhe die mich umgibt und mir einen eigenen persönlichen Raum schaffen, der meinem Herzen eine andere Ebene öffnen kann. Auf diesen Klang-Raum habe ich einfluss. Was ich durch meine Kopfhörer aufnehme kann ich selber beinflussen und steuern. Eine echte Wohltat in der Hektik des Lebens. Meistens höre ich dann die Gesänge aus Taizé und muss dann oft schmunzeln, wenn ich mir die Gesichter der Menschen um mich herum vorstelle, wenn sie wüssten was ich da gerade höre. Besonders die jungen Menschen würden wohl etwas irritiert gucken, denn diese Musik ist wohl so gar nicht von dieser/ihrer Welt. Dennoch kann diese Abschottung für mich keine dauerhafte Lösung sein. Es ist gut sich im Alltag etwas abzugrenzen um aufzutanken, doch sollten wir es vermeiden unsere Umwelt einfach zu ignorieren. Selbst eine Pilgerreise hat ein Ende und auch die Hirten in der Weihnachtsgeschichte, sind nach der Begegnung mit dem göttlichen in den Alltag zurückgekehrt. Darum sind Auszeiten und Abgrenzungen wichtig, um danach gestärkt zurück zukehren. Der schönste Taizé-Gesang vermag mir nicht die Verantwortung abzunehmen, die ich in diesem Moment für mich und mein Umfeld habe.

Der Platz

Zwei Welten, die des Bahnhofs und die der Stille am Abend beim Joggen. Sie gehören zusammen und sind doch so verschieden. Das Funkeln der Sterne und gleichzeitig der Lichter des Dorfes im Tal geben mir das Gefühl einen Platz zu haben. Zwischen Himmel und Erde habe ich an diesem Abend Platz genommen, auf einer Holzbank und konnte aufatmen nach einem anstrengenden Tag. Es war ein Tag voller Möglichkeiten, Chancen und unendlich vielen Entscheidungen die ich getroffen habe. Eigentlich so wie jeden Tag. Sie machen mich müde. Wie oft habe ich geglaubt, dass je mehr Möglichkeiten ich habe, desto freier kann ich sein, denn ich kann mich ja entscheiden wie ich will. Doch in diesem Schweigen und in der Dunkelheit, die ein Spannungsbogen zur Hektik des Alltags schlagen, wird mir ein Paradox deutlich.

Freiheit bedeutet nicht eine hohe Anzahl von Möglichkeiten oder Chancen zu haben. Ein einziger Platz im Universum reicht dafür. Mehr braucht es nicht!

Peter Elstner

Die Fülle an Möglichkeiten die ich sehe, schränken mich auf irrwitzige Art ein. Es ist als würde ich in einem Wald stehen und in die Ferne gucken wollen, je mehr Bäume ich sehe, desto weniger Freiheit verspüre ich. Der Raum wird enger. Ein einziger Platz. Wenn ich in meinem Bett liege, es dunkel um mich herum ist, dann gelingt es mir oft mein Leben klarer zu sehen. Keine äusserliche Ablenkung meiner Sinne, die meinen Blick trüben. Es gelingt mir meine Seele auf Wanderschaft zu schicken durch Raum und Zeit. Sie kann sich frei bewegen zwischen Vergangenheit (meinen Erinnerungen), der Gegenwart und der Zukunft. Ja ich kann sogar ganz leicht physikalische Gesetze ignorieren und einen unendlichen Raum schaffen in dem alles Möglich ist. Mein Herz kann das was ist, neu erkennen und verarbeiten. Das bedeutet einen ganz neuen persönlichen Bezug zu finden. Darum scheint in unseren Träumen auch nichts unmöglich zu sein. Dort scheitern wir nicht an unseren Grenzen der Sinneswahrnehmung sondern verarbeiten, was wir erfahren haben in Raum und Zeit. Wir brauchen nur einen Platz im Universum. Einen einzigen Bezugspunkt von dem aus wir unsere Reise durch die Zeit antreten können. Es ist nicht nötig von Möglichkeit zu Möglichkeit zu hetzen um das Ideal zu finden, sondern ich kann in jedem Moment meinen Platz einnehmen. Dann wird es ruhig auch in der Hektik des Alltags. Dann muss ich mich nicht mehr orientieren, denn ich bin richtig genau da wo ich bin. Ich bin zwischen Himmel und Erde, eingebunden wie in einem Dreigestirn oder einem Dreieck. Meine Seele wird zum Angelpunkt des Universums. Wenn ein König früher seinen Platz eingenommen hat, dann sass er auf dem Thron. Von dieser ruhenden Position hat er die Geschicke seines Reiches geleitet. Wichtige Entscheidungen wurden von diesem Platz aus getroffen. Der Thron ist zeichen seiner Würde. Ich kenne keine Geschichte in dem Könige hektisch hin und her laufen wie die Menschen in der Börse oder im Bahnhof. Nein, von ihrem Platz aus, schaffen sie Ordnung und Recht. Für mich ist es ein schönes Bild unserer menschlichen Würde. Wir alle sind Könige unserer eigenen Welt. Unsere Königreiche sind gekoppelt an die der anderen und damit tragen wir auch Verantwortung für unser Gegenüber. Schaffe ich meinen Mitmenschen die Würde und den Raum ihren Platz einzunehmen, dann hilft es auch meinem (inneren) Frieden. Ich habe es den Tag später probiert, auf dem Weg durch den Bahnhof habe ich die Augengeschlossen und bin stehen geblieben. Vermutlich haben manche gedacht, dass etwas mit mir nicht stimmt, doch es gab keine Kollision. Zuerst hat es gekribbelt wenn die Menschen an mir vorbei gezogen sind, sie wirkten wie Raumschiffe die andere Galaxien ansteuerten. Doch nach wenigen Augenblicken wurde ich ruhig. Ich öffnete die Augen und Blickte den Menschen in die Augen die mir entgegen kamen, danach setzte ich meinen Weg ruhig fort. Ein einziger Augenblick hat mir gereicht um mir meinen Platz zwischen Himmel und Erde zu sichern. Danach könnte ich meiner Würde entsprechend handeln.

Platznehmen

Ich brauche nicht mehr Möglichkeiten oder mehr Raum, denn es ist grenzenlos vorhanden. In gewisser Weise brauche ich auch nicht mehr Zeit, denn auch sie ist im Unviersum unendlich und relativ zugleich. Was ich brauche ist einen Platz. Ja es geht um den Augenblick, wie wir es heute so gern und oft hören. Doch nicht nur darum, sondern unser Platz auch einen Einfluss auf das Universum. Denn ich setze mich in Beziehung zwischen dem Himmel und der Erde. Zwischen dem göttlichen und dem was wir Realität nennen oder zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ich bin ein Kreuzpunkt von Zeit und Raum und damit nicht allein. Denn jeder Mensch, der einst lebte und der jetzt lebt ist das. In ihm verdichten sich Vergangenheit und Zukunft, die Endlichkeit und die göttliche Unendlichkeit zu einem Leben. Ja zu einem Moment. Ob ich meinen Platz im Alltag immer einnehme? Gerade überhaupt nicht. Ich hadere mit meinen Schwächen, meiner Machtlosigkeit und an dem Hamsterrad in dem sich meine Gedanken und mein Hoffen dreht. Ein scheinbar endloser Kampf mit dem Strom. Doch hat mir diese Erfahrung nach dem Joggen in all der Dunkelheit, im Schweigen der Nacht einen Ausblick gegeben. Der Himmel ist Realität auch wenn ich ihn nicht sehe. Ich kann mit ihm rechnen, mit ihm arbeiten wenn ich nur stehen bleibe, meinen Platz einnehme und eine Resonanz mit ihm aufbaue. Ich bin wirklich gespannt, was mir diese Ideen bringen werden in der nächsten Zeit. Vielleicht werde ich keine kühneren Entscheidungen treffen, vielleicht werde ich auch nicht einen Kurswechsel erleben, doch wenn ich mich auf meinen Thron setze, dann werde ich mich nicht mehr von Mächten regieren lassen sondern selbstbewusst Entscheidungen treffen. Im Dreiangel des Universums wird dann der Himmel sichtbar und Gott kann sich nähern. Möge es mir gelingen, jeden Tag ein wenig mehr.

Peter Elstner


English – Translation

Space and time

Panting and completely out of breath I arrive at the top of the run. The valley spreads out in front of me and I let my exhausted body plop down jerkily on a wooden bench. The breath still flows powerfully into my lungs and makes chest space wide and free. A deep peace flows through my heart as I look at the little lights in the distance. What a vastness, what a time.

Time in motion

In the days after my journey to Jerusalem I feel again and again how I lack movement. It is already a nice picture for our life that movement is good for our body. We need it to stay healthy. The human being is a unity of body, soul and spirit, that’s why it behaves the same in my inner being. If our mind and soul is stuck in opinions, then it does not do us good. Through permanent inner stagnation we also become internally ill with bitterness, stubbornness and arrogance. Exercise, whether physical or mental, should not make us driven, it is also worthwhile to search for balance. Rest phases are just as important, because they give us time to regenerate and recuperate. Many things are only processed or gain strength while resting. Both in harmony make me strong and resistant. Now that I no longer walk the paths of the Jerusalem Way every day, I have to make room for movement in my everyday life. I don’t always manage this so well and especially in the first days after the journey I had a lot of trouble to find a rhythm or a ritual. When I arrived at the top of the hill that evening while jogging, I felt the importance of this little break from my everyday life. When I go running, it is time that is reserved just for me, where nobody can disturb me. In a strange way it is also a symbolic escape from what worries or frightens me in everyday life. In the midst of the flood of the ordinary I gain distance to see things more clearly. It helps me, because I come back strengthened and can shape my life better.

Spacetime

Sitting on the wooden bench, my breath calms down slowly and I lay my head down in the neck. My gaze wanders with it into the sky. It is dark. A cool breeze passes my back. Only now do I realize that I am completely enveloped by the darkness, like with a blanket. Only the lights in the valley and the stars are proof of the existence of this earth. The silence lifts just like the darkness around me. It is an interesting feeling when silence, that is, nothingness, rises dynamically and rises in me as if it were alive. At this moment I learn to appreciate the night and the evening anew with its silence. Here not only my heart expands through the breath of exertion but also my thoughts have space and muse to expand. I need more space and time, I think to myself. Yes, this play on words probably expresses best what has become important to me in that moment. My thoughts now really fly through space and time. We humans use this term as a synonym for infinity or the universe. Without going into detail about Albert Einstein’s well-known theory of relativity or explaining gravity (which is not so easy), it is fascinating to understand that space actually only comes into being when you have at least two points of reference. Space is only a space because outside our earth there are other things we can refer to. If there were nothing in the universe except our globe, we probably wouldn’t talk about space, because we have nothing to relate to. It is the same with time. It is actually only a physical quantity, and yet we know that it sometimes passes unspeakably slowly for us and another time much too fast. If you look at the earth from an airplane, you might come to the opinion that the earth is moving faster than usual because the many landscapes are passing you by. When I flew back to Switzerland after my stay in Jerusalem, I discovered some landscapes below me through which we had hiked weeks before. What I cross here in a few minutes took us days or weeks. It was a strange feeling, which I had experienced before, when I took the bus from Leon on the Way of St. James back to everyday life. Regardless of what this theory of Einstein can tell us, because I don’t really understand it, it shows me that the world around me always depends on the perspective from which I look at it. My view of this earth today is relative. It is never holistic and perfect.

Compartmentalize and catch one’s breath

When I use public transport, it happens again and again that I take my headphones and listen to music while the world rushes past me on the train. A lot of people do that nowadays. With me it depends entirely on how I am on the day. When I am still fresh and full of energy I rarely do that. But if I’ve had a hard day, a bad night or an intense encounter, music helps me close myself off. When I look around me on the train, I see how many people seem to need this isolation. In everyday life we are confronted with many things and it is difficult to separate ourselves from them. Our soul and our spirit has to process a lot and besides our busyness there is actually little time for it. Our sense organs are designed to understand and realize our environment. If there is a lot of movement in the immediate environment, seeing will only be concerned with the things that happen very close to us. Anyone who has ever walked through a crowded train station knows what I mean by that. We only take what we have in our immediate surroundings so that we can find our way out of the building without collision. We have a similar situation with our ears, which play a crucial role in orientation. In this situation, even our skin takes what comes closest to us. A breeze that I feel while a person is passing by tells me: „That was close. In these moments we don’t waste a thought on what lies in the distance, because we have all our senses fully occupied with finding our way through the crowd. We lack perspective at this moment because we are fully absorbed by the present. The image of the way out of the station is of course also applicable to our everyday life, the worries, duties and our busyness, which draw all our senses to themselves. Sometimes I am left with no perspective. Now and then I get lost in the struggle with what surrounds me, because the view into the distance is lost and I can no longer find the way out. Therefore it does not surprise me that I take the headphones and seal off a part of my perception. I want to separate myself from the restlessness that surrounds me and create my own personal space that can open up another level to my heart. I have an influence on this sound space. What I pick up through my headphones I can influence and control myself. A real blessing in the hectic of life. Most of the time I hear the songs from Taizé and I often have to smile when I imagine the faces of the people around me if they knew what I was listening to. Especially the young people would probably look a bit irritated, because this music is probably not from this world. Nevertheless, this isolation cannot be a permanent solution for me. It’s good to be able to separate ourselves a bit in everyday life to recharge our batteries, but we should avoid ignoring our environment. Even a pilgrimage has an end and also the shepherds in the Christmas story have returned to their everyday life after the encounter with the divine. That is why time-outs and separations are important in order to return strengthened afterwards. The most beautiful Taizé singing cannot take away the responsibility that I have for myself and my surroundings at this moment.

The Place

Two worlds, that of the train station and that of the silence in the evening while jogging. They belong together and yet they are so different. The twinkling of the stars and at the same time the lights of the village in the valley give me the feeling of having a place. That evening I took a seat between heaven and earth, on a wooden bench, and was able to breathe a sigh of relief after an exhausting day. It was a day full of possibilities, chances and endless decisions I made. Actually, just like every day. You make me tired. How many times have I believed that the more possibilities I have, the freer I can be, because I can decide how I want. But in this silence and in the darkness, which creates a tension between the hectic pace of everyday life, a paradox becomes clear to me.

Freedom does not mean having a high number of possibilities or chances. A single place in the universe is enough for that. More is not needed!

Peter Elstner

The abundance of possibilities that I see limit me in a crazy way. It is as if I am standing in a forest and want to look into the distance, the more trees I see, the less freedom I feel. The space becomes narrower. A single space. When I lie in my bed, it is dark around me, I often manage to see my life more clearly. No outward distraction of my senses clouding my vision. I manage to send my soul on its way through space and time. It can move freely between the past (my memories), the present and the future. I can even easily ignore physical laws and create an infinite space where everything is possible. My heart can recognize and process what is new. That means to find a completely new personal connection. That’s why nothing seems impossible in our dreams. There we do not fail at our limits of sensory perception but process what we have experienced in space and time. We only need a place in the universe. A single reference point from which we can begin our journey through time. It is not necessary to rush from possibility to possibility to find the ideal, but I can take my place in every moment. Then it becomes quiet even in the hectic of everyday life. Then I don’t have to orientate myself anymore, because I am exactly where I am. I am between heaven and earth, tied up like in a triumvirate or a triangle. My soul becomes the pivot of the universe. When a king used to take his place, he sat on the throne. From this resting position he has guided the destinies of his kingdom. Important decisions were made from this place. The throne is a sign of his dignity. I do not know a story in which kings run to and fro like people in the stock exchange or in the railway station. No, from their place, they create order and justice. For me it is a beautiful picture of our human dignity. We are all kings of our own world. Our kingdoms are linked to those of others and therefore we also bear responsibility for our counterpart. If I create dignity and space for my fellow human beings, then it also helps my (inner) peace. I tried it the day after, on the way through the station I closed my eyes and stopped. Probably some people thought that something was wrong with me, but there was no collision. At first I felt a tingling when people passed me, they looked like spaceships heading for other galaxies. But after a few moments I became calm. I opened my eyes and looked into the eyes of the people who came towards me, then I continued my way calmly. A single moment was enough for me to secure my place between heaven and earth. After that I could act according to my dignity.

Take a seat

I don’t need more possibilities or more space, because there are no limits. In a way, I don’t need more time either, because it too is infinite and relative at the same time. What I need is a place. Yes, it is about the moment, as we hear it so often and so gladly today. But not only that, but our place also has an influence on the universe. Because I put myself in relation between heaven and earth. Between the divine and what we call reality or between past and future. I am a crossroads of time and space and not alone in this. Because every person who once lived and who lives now is. In him past and future, finiteness and divine infinity condense into one life. Yes to one moment. Do I always take my place in everyday life? Just not at all. I struggle with my weaknesses, my powerlessness and the hamster wheel in which my thoughts and my hopes turn. A seemingly endless struggle with the current. But this experience after jogging in all the darkness, in the silence of the night, has given me a view. The sky is reality even if I do not see it. I can count on it, work with it if I just stand still, take my place and build up a resonance with it. I am really curious what these ideas will bring me in the near future. Perhaps I will not make any bolder decisions, perhaps I will not experience a change of course, but when I sit down on my throne I will no longer be ruled by powers but will make decisions with confidence. In the triangle of the universe the heavens will then become visible and God can approach. May I succeed, every day a little more.

Peter Elstner

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