Die Inspirationen des Weges

Ich bin zurück! Zu Hause, im Alltag, im Gewohnten und doch erlebe ich gerade, wie etwas in meinem Leben aufbricht. Es ist als würde der Weg nach Jerusalem mit jedem Schritt, weg vom Ziel in mein gewöhnlichen Leben, seine neue Kraft entfalten. Eine andere als die, die ich unterwegs gespürt habe. Er inspiriert mich zu einem neuen Zugang zu Gott. Es ist als würde ich Gott neu kennenlernen.

Es sind verschiedene Kräfte die sich mir im Rückblick auf die Reise bis heute zeigen. Ich nenne sie Inspirationen, denn sie verheissen mir einen neuen Weg mit mir selbst, der Welt und Gott. Ich glaube es gibt noch mehr Inspirationen die uns lehren wollen, doch diese drei haben sich mir heute, zu erkennen gegeben. Inspirationen, diese Kräfte haben alle den gleichen Ursprung.

Das wache Auge

Zu Beginn meiner Reise war es die Sehnsucht die mich meinem Ziel Jerusalem immer näher gebracht hat und bestimmte Gotteserfahrungen möglich gemacht hat. Die Schritte auf dem Weg haben gelehrt mich von meinem eigenen Bild Gottes zu entfernen und zu suchen. Die Sehnsucht nach dem Ziel, der inneren und äusseren Heimat, hat dabei ungeahnte Kraft hervor gebracht. Wenn verliebte einander Suchen oder Aufsuchen so entdecken sie immer wieder neue Details am Anderen, die sie sonst bei niemandem sehen würden. Die wird die Form der Ohrläpchen auf einmal zu einer Besonderheit oder die Bewegung, die eine Haarsträne aus dem Gesicht wirft zum Spektakel. Kleinigkeiten die uns an anderen Stellen unseres Lebens überhaupt nicht auffallen. Die Sehnsucht ist etwas, dass nur die Liebe hervor bringen kann. Wer liebt bekommt ein waches Auge, denn er sieht Dinge die ein nicht liebendes Herz nicht sieht. Einen ähnlichen Prozess habe ich auf meinem Pilgerweg beobachtet. Darum nenne ich diese Inspiration auch die Kraft des wachen Auges. Es geht nicht im das Organ, sondern um eine Haltung. Ausgezogen um Gott näher kennen zu lernen, habe ich immer wieder einen tiefen Blick bekommen für die Kleinigkeiten am Wegesrand. Es war nicht jeden Tag gleich intensiv zu spüren, dennoch wurde mein Geist immer wacher. Worin werde ich heute überrascht? Mein Herz hat Ausschau gehalten nach dem göttlichen und hat gesehen was mich umgibt. Der gewundene Olivenbaum wird zum Tänzer, der tote Stein einer Ruine wird zur belebten Stadt, die Träne und der Regen bringen innere und äussere Reinigung, ja, das Wort Gottes wird im Gegenüber Lebendig. Es wird Fleisch, wie es die Bibel so schön sagt. All diese Sinnbilder verweisen auf etwas, dass sich hinter dem offensichtlichen verbirgt. Das wache Auge der Liebe macht diese unsichtbare Welt sichtbar. Genauso macht die Liebe das Herz zu einem suchenden, lernenden Ort, denn nur dort kann uns Gott begegnen. Es ist wie in der Schule, Schüler die bereit sind einen Zugang zum Thema zu finden, denen werden sich unweigerlich neue Erkenntnisse aufzeigen. Wer glaubt, dass etwas nichts nütze ist, oder er es besser weiss, dem wird vor dem wird sich das Erkennen verstecken. Ich selber beobachte mich besonders in Glaubensfragen immer wieder dabei, zu bewerten, statt zu suchen welches Geheimnis dahinter steckt. Der Weg nach Jerusalem lehrt mich, offen zu werden. Wer an einem Blatt achtlos vorbei geht und es als solches beurteilt, der wird nicht erfahren, was es uns zu sagen hat. Die Photosynthese, die Form und die Beschaffenheit gehen mit mir in Resonanz. Wenn ich mich auf das Bild einlasse, frage, forsche, wird sich unweigerlich etwas in meinem anregen lassen. Darin zeigt sich Gott. Es ist eine zarte und zerbrechliche Gegenwart des Heiligen mitten in dieser Welt. Auf meiner Reise konnte ich die Achtsamkeit auf diese Allgegenwärtigkeit, erfahren, lernen und üben. Es ist leicht, denn Unterwegs ist alles fremd und neu, somit ist unser Geist automatisch bereit zu forschen, denn wir wollen uns zurechtfinden. Im Gewohnten ist diese Herzenshaltung schwerer und wir müssen sie neu erlernen. Der grösste Feind dieser heiligen Gegenwart ist unser Ego. Es ist bestrebt alles erklären zu können, um Unsicherheit zu verbergen. So entstehen Denkmuster, Glaubenskonstrukte, die sich nur über andere erheben wollen. Je komplexer desto besser. Damit erhebt sich mein Ego über alles was Anders ist, alles was ausserhalb dieser Ich-Bezogenheit liegt. Diese Arroganz macht mich blind, nicht nur für den Nächsten sondern auch für Gott. Das Heilige zeigt sich, doch wenn ich die Antworten bereits habe, kann es seine Botschaft nicht senden. Mein Ego wird alles mit seinen Erfahrungen erklären, ich werde dadurch auch nur das erleben was geklärt habe. Damit wird das Ego bestätigt und seine narzistische Arroganz nur noch grösser. Kein Platz mehr für Leben, nur noch Starre und das eigene Ich. Die Liebe, fragt, forscht, sucht in allem nach dem Heiligen und bleibt damit weich. Jeder Starrsinn macht die heilige Verbundenheit kaputt. Darum gebietet mir die Liebe heute, gerade in der Rückkehr des Gewohnten nicht zu sehen was das Ego kennt, sondern zu erkennen was das Heilige ist. Erkennen ist nicht wissen! Es ist auch nicht nur da blosse Erleben, sondern eine mehrdimensionale Einsicht in etwas, das grösser ist als wir selbst. Die Sehnsucht, die sich inspirieren lässt, ist ein Weg mit dem offenen, wachen Augen der Liebe eine Gegenwart zu erfahren die alles offensichtliche übersteigt. Es deutet alles über sich hinaus!

Ein Gespräch mit dem Aussen

Die Stille

Eine zweite Inspiration habe ich am Ziel meiner Reise kennengelernt. In den sieben Tagen in Jerusalem, die im Verhältnis der gesamten Reise eher kurz waren, hatte ich kaum ein eindeutiges Empfinden. Diese Vielschichtigkeit des Erlebten, aus dem Absatz oben, hat nicht zu mir gesprochen. Dennoch habe ich eine heilige Gegenwart gespürt, die dumpf und unbekannt in meiner Seele war. Darum nenne ich diese zweite Inspiration, die Kraft der Stille. Wann warst du das letzte Mal richtig still? Für mich ist Stille etwas unerträgliches, denn mein Wesen lebt schon immer aus der Resonanz mit dem Aussen. Darum ist der Weg des wachen Auges der mir etwas leichter fällt. Das was ich sehe, erlebe, höre, schmecke waren mir schon immer Quellen der Orientierung. Mit einem Herzen, dass sich vom Ego befreien kann, wird diese Orientierung und Erfahrung mehrdimensional und berührt eine geheimnisvolle Welt. In der Stille fühle ich mich allerdings unsicher, denn ohne eine Feedback von Aussen kann ich auch nichts tun oder erlernen. Wenn ich auf unsere Welt schaue, so habe ich die Vermutung, dass es einigen Menschen ähnlich geht wie mir. Darum neigen wir dazu unser Leben mit Geschäftigkeit und Erlebnissen zu füllen um die Orientierungslosigkeit der Stille nicht erfahren zu müssen, denn sie macht mir Angst. Jerusalem war nicht Still, doch in meinem Herzen entstand ein grosses Schweigen. In mir zeigte sich ein Paradox, denn das Herz war still, aber die Seele war beunruhigt. Sie hatte keine Ruhe. Das Schweigen des Herzens war derart ungewohnt für mich, dass es mich aufgewühlt hat. Heute erkenne ich eine Brücke zu diesem inneren Aufruhr. Wenn ich als Jugendlicher es gewagt hätte, Gott einen Vorwurf zu machen, dann wäre es sein ewiges Schweigen gewesen. So viele unerhörte Gebete, so viel Leid und keine Reaktion. Auf meiner langen Pilgerschaft wollte ich Gott suchen und am Ziel finde ich das, was ich schon so lange an ihm verachte – Nichts, Schweigen und Stille. Was für eine Provokation! Das Ego empört sich, mit einem breiten grinsen ruft es mir zu: Was habe ich dir gesagt? Gott ist schwach, er wird dich nicht erhören! Der schrille Klang dieses Satzes versucht die Stille zum schweigen zu bringen. Für mich war Jerusalem die grosse Unbekannte in der Gleichung meiner Pilgerfahrt. Es war ein Gewirr aus Kräften die im Schweigen des Moments sich zu erkennen geben. Doch worin liegt das Heilige? In eben dieser Stille. Es gibt für mich einen Unterschied zwischen dem Schweigen und der Stille. Es ist auch hier die Resonanz. Schweigen ist tödlich, denn es ist darin nichts lebendiges mehr. Darum sagen wir auch als Umschreibung des Tötens, jemanden zum Schweigen bringen. Die Stille ist ein Rückzug aus dem Lärm unseres Lebens um aufatmen zu können. Ja wir können regenieren, die Seele braucht Zeit um auszuruhen. Gleichzeitig ist diese Stille auch der Raum grösster Gottesbeziehung. Denn in der Stille brauchen wir nichts tun. Kein Erkennen, kein Suchen, kein Forschen, einzig die Gegenwart ist nötig. In diesem Raum der Stille werden wir entwaffnet, denn wir können nichts mehr tun und keinen Einfluss nehmen. Es ist jene Ohnmacht die Jesus bis ans Kreuz getrieben hat, die völlige Kapitulation vor dem der Heilig ist. Für das Schweigen ist niemand nötig, für die Stille ist die Gegenwart unerlässlich. Die Gegenwart von reinem Sein ohne Müssen. Mein eigenes Sein, mein Herz wird dennoch in Resonanz gehen, mit dem ewigen Sein des Heiligen. Es werden sich in der entmachtet Stille, die keine Kämpfe zulässt die Herzen zweier Liebende treffen und vereinen. Das Herz des Ewigen Lichtes wartet nur darauf, sich in diese Stille mit mir zu verbinden. Das ist dieses dumpfe Grundrauschen des Heiligen, was ich in der Stille der Stadt gespürt habe. Neben dem hönischen Lachen des Egos, dem Geschrei der Erwartungen und der Müdigkeit des Geistes wurde ich darauf aufmerksam. Ich kann euch heute nicht verraten wie man in dieses Raum der Stille eintreten kann. Zu ungewohnt ist es für mich. Das Heilige, Gott ist auch kein System über das wir verfügen können, wenn wir es verfügen können. Darum werde ich niemals einen Masterplan vorlegen können. Aber ich glaube, wer sich dieser lebendigen, zugeneigten Stille öffnen will, der wird es lernen können. Es ist für mich der Weg des Unbekannten. Das Ziel meiner Pilgerreise weisst mich auf den nächsten Weg hin. So verstehe ich heute diese (Nicht-)Erlebnisse wieder als bildhaftes Zeichen einer Realität. Die Stadt Jerusalem, das Ziel in dem ich Gott finden wollte ist wie ein Symbol meines eigenen Herzens. Es ist voller Gassen, Gewirr und Unruhe, ja, selbst die Kirchen, die den Glanz der Herrlichkeit durch einen konstruierten Glauben einsperren, sind Antwort Gottes auf mein Suchen. Es ist als sagte er mir: Schaffe mir Raum und Stille und ich werde mein Herz dir zuneigen. Du wirst Anteil haben an der Heiligkeit. Du wirst Anteil haben an mir! So ist das Gebot der Stunde, den Zugang zum stillen Kämmerlein, so nennt es Jesus, zu (nicht-) lernen. Weniger wirken und mehr Sein. Mich in der Stille des Moments ohnmächtig und empfänglich zu machen für die Fülle des Lebens. Wie? Das wird im üben eine ganz persönliche Antwort von mir selbst sein.

Stille statt Schweigen

Die Fülle des Möglichen

Zur dritte Inspiration bin ich durch meine Rückkehr in die Schweiz gekommen. Wir werden zurück geschickt. In vielen Geschichten der Bibel, in denen Menschen erstaunliche Erfahrungen mit Gott hatten, sind sie zurück gegangen in ihr altes Leben. Das Beispiel der Hirten in der Weihnachtsgeschichte ist eines davon. Da heisst es, nach dem sie das Kind gesehen hatten, kehrten sie zurück zu ihren Herden. (Lukas 2; 20) Bei Mose war es noch extremer, er hat das gelobte Land vom Berg Nebo aus gesehen und blieb im „Alten“ zurück. Er hat es nie betreten. Auch Simeon der das Jesuskind im Tempel gesehen hat spricht: Herr nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren (sterben), denn meine Augen haben das Heil gesehen. (nach Lukas 2; 29-32) Keiner ist in der Stunde der Offenbarung auf die Idee gekommen, den Moment festhalten zu können. Der Heilige schenkt uns Licht und schickt uns zurück in die Dunkelheit der Welt. Wir können über die Ewigkeit nicht verfügen. Wir können sie nur empfangen. Und nur was wir empfangen haben, darin sind wir auch fähig, es auszuteilen. Es ist ist jener Moment in dem uns das Heilige sagt: Dein Glaube hat dir geholfen. Nun geh hin, lebe danach. Die Erkenntnis des wachen Auge und die Verbundenheit mit dem göttlichen Raum in der Stille werden erst sichtbar, wenn wir sie (aus-)leben. Nach Aussen bringen. Darum nenne ich diese Inspiration, die gelebte Fülle. Es ist jene Kraft die uns frei macht Gottes Willen zu tun. Der Wille Gottes ist niemals etwas anderes als gelebte Liebe. Ich habe immer gedacht, dass die grosse Freiheit in den Möglichkeiten liegt. Je mehr Möglichkeiten ich bekomme, desto freier bin ich. Doch ich habe für mein Leben erkannt, dass es nicht so ist. Die Fülle an Möglichkeiten zwingen uns, etwas zu Entscheiden. Ja sie gebieten uns die Möglichkeiten auszuschöpfen. Darin werden wir heute auf ganz bizarre Art versklavt. Sie bringen mir nicht die gewünschte Freiheit, nach der sich mein Herz sehnt, sondern bestätigen auf abscheuliche Weise das Ego. Es sagt mir, du musst etwas tun, auch für deine Freiheit. Du darfst niemals ruhen! So wird die vermeindliche Freiheit der Möglichkeit zum kraftraubenden Abklatsch der Fülle. Die Weisheit der Fülle besteht darin, dass so uns umgibt. Die Fülle ist in Allem und durch Alles vorhanden. So verstehe ich die Worte Salomos auch wieder noch wenn er sagt: Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Zwar gibt es bisweilen ein Ding, von dem es heißt: Sieh dir das an, das ist etwas Neues – aber auch das gab es schon in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. (1.Prediger 9+10) Die Weisheit dieses Textes zeigt mir, dass die Fülle des Möglichen schon immer da war. Sie zeigt sich nicht in einem kurzen Moment und verpufft, sondern zeigt sich in dem Masse, wie wir es zulassen. In der Fülle des Möglichen zeigt sich Gott auf eine weitere besondere Art. Wenn Jesus sagt, alles ist Möglich dem der glaubt, dann redet er nicht davon Chancen zu ergreifen. Der Glaube ist kein Aktionismus. Er redet hier von der Fülle die sich empfangen lässt, denn nichts anderes bedeutet glauben. Es ist keine Entscheidung oder ein disziplinierter Lebenswandel sondern ein Empfangen der Fülle. Die Disziplin knechtet und tötet unsere Lebendigkeit. Wer aus der Fülle leben lernt, der kann Empfangenes verschenken. Es sind keine toten Worte und Taten mehr, sondern in die Realität gegossene Liebe. Das wache Auge und die Stille können uns Zugang zur Fülle des Lebens verschaffen, von der wir das Licht des Ewigen in diese Welt verschenken können.

Die Fülle ist allgegenwärtig

Die verletzbare Anwesenheit

So bleibt für mich heute die Erkenntnis, Gott schweigt nicht, er ist Still. Jene lebendig machende Stille die uns öffnet. Gott ist allgegenwärtig, in der Fülle des Möglichen, mit einem wachen Auge kann ich erforschen was die Stunde mir gebietet. In all dem sehe ich das werben Gottes um mich. In dem Mass, in dem ich es zulasse, wird das Heilige seinen Raum einnehmen. Dazu darf ich meinen Starrsinn, meine Sicherheiten, meine Antworten und den Aktionismus zurücklassen und mein Herz, weich und verletzbar machen. Liebe ist verletzbar, darin zeichnet sich ihr Mitgefühl aus. Das Ego ist unantastbar, es lässt sich nicht anrühren. Darum kann ich ihm auch nur das Eine entziehen wovon es lebt, die Aufmerksamkeit. Im Buch Herztöne macht der Autor Martin Schleske die treffende Aussage, im der es sinngemäss heisst: Gottes Wesen ist nicht verletzbar, doch Gottes Anwesenheit aber schon. In dem Masse in dem wir bereit sind uns formen zu lassen, nicht durch eine Schablone, sondern aus gelebter Beziehung, in dieser Kraft werden wir auch das Wesen Gottes in die Welt bringen. Das ist das Licht, was uns erhellen soll. Es ist die verletzliche Abwesenheit Gottes in der Welt, die uns Vollmacht gibt und die Verantwortung in welchem Masse sich der Heilige in uns verwirklichen kann.

Gottes verletzbare Anwesenheit

English – Translation

Inspirations of the way

I’m back! At home, in everyday life, in the usual, and yet I am experiencing something in my life breaking up. It is as if the road to Jerusalem unfolds its new strength with every step, away from the goal into my ordinary life. A different one than the one I have felt on the way. It inspires me to a new approach to God. It is as if I am getting to know God anew.

There are different forces that show themselves to me in the review of the journey until today. I call them inspirations, because they promise me a new way with myself, the world and God. I believe there are more inspirations that want to teach us, but these three have revealed themselves to me today. Inspirations, these forces all have the same origin.

The open eye

The watchful eye At the beginning of my journey it was the longing that brought me closer to my destination Jerusalem and made certain experiences of God possible. The steps along the way have taught me to move away from my own image of God and to seek it. The longing for the goal, the inner and outer home, has brought forth undreamt-of power. When people in love search for or seek each other, they always discover new details about each other that they would not see in anyone else. The shape of the earlobes suddenly becomes a special feature or the movement that throws a tear of hair from the face becomes a spectacle. Little things that we do not notice at all in other parts of our lives. Longing is something that only love can bring forth. He who loves gets an alert eye, because he sees things that a non-loving heart does not see. I have observed a similar process on my pilgrimage. That is why I call this inspiration the power of the open eye. It is not about the organ, but about a posture. Having set out to get to know God better, I have always had a deep insight into the little things along the way. It was not every day equally intense to feel, yet my spirit became more and more awake. What am I surprised about today? My heart has been looking for the divine and has seen what surrounds me. The winding olive tree becomes a dancer, the dead stone of a ruin becomes a busy city, the tears and rain bring inner and outer cleansing, yes, the Word of God becomes alive in the person opposite. It becomes flesh, as the Bible says so beautifully. All these symbols refer to something that is hidden behind the obvious. The watchful eye of love makes this invisible world visible. In the same way, love makes the heart a searching, learning place, because only there can God meet us. It is like in school, students who are willing to find an approach to the topic will inevitably find new insights. The one who believes that something is of no use, or he knows better, will hide from it. Especially in questions of faith, I myself observe myself again and again evaluating instead of searching for the secret behind it. The way to Jerusalem teaches me to become open. Whoever passes a leaf heedlessly and judges it as such will not know what it has to tell us. Photosynthesis, form and texture resonate with me. If I get involved with the image, ask, research, something in mine will inevitably be stimulated. In this, God shows Himself. It is a tender and fragile presence of the sacred in the middle of this world. On my journey I was able to experience, learn and practice the attentiveness to this omnipresence. It is easy, because on the way everything is strange and new, so our spirit is automatically ready to explore, because we want to find our way. In the familiar, this attitude of the heart is more difficult and we have to learn it anew. The greatest enemy of this holy presence is our ego. It strives to explain everything in order to hide uncertainty. This is how patterns of thought develop, Constructs of faith that only want to rise above others. The more complex the better. With this my ego rises above everything that is different, everything that lies outside of this ego relation. This arrogance makes me blind, not only to my neighbor but also to God. The sacred reveals itself, but when I already have the answers, it cannot send its message. My ego will explain everything with its experiences, and I will only experience what has been clarified. This will confirm the ego and only increase its narcissistic arrogance. No more room for life, only rigidity and the own ego. Love, asks, researches, seeks the sacred in everything and thus remains soft. Every stubbornness destroys the sacred bond. This is why love today commands me, especially in the return of the familiar, not to see what the ego knows, but to recognize what the sacred is. To recognize is not to know! It is also not just mere experience, but a multidimensional insight into something that is greater than ourselves. The longing that inspires is a way to experience with the open, alert eyes of love a presence that transcends all that is obvious. It points everything beyond itself!

The Silence

I got to know a second inspiration at the destination of my journey. During the seven days in Jerusalem, which were rather short in relation to the whole journey, I hardly had a clear feeling. This complexity of what I experienced, from the paragraph above, did not speak to me. Nevertheless, I felt a holy presence that was dull and unknown in my soul. That is why I call this second inspiration, the power of silence. When was the last time you were really silent? For me silence is something unbearable, for my being has always lived from the resonance with the outside. That is why the way of the awake eye is a little easier for me. What I see, experience, hear and taste has always been a source of orientation for me. With a heart that can free itself from the ego, this orientation and experience becomes multidimensional and touches a mysterious world. In the silence, however, I feel insecure, because without feedback from the outside, I can do or learn nothing. When I look at our world, I have the assumption that some people feel the same as I do. That is why we tend to fill our lives with activity and experiences so that we do not have to experience the disorientation of silence, because it frightens me. Jerusalem was not silent, but a great silence arose in my heart. A paradox appeared in me, because the heart was silent, but the soul was troubled. It had no peace. The silence of the heart was so unusual for me that it stirred me up. Today I recognize a bridge to this inner turmoil. If as a youth I had dared to reproach God, it would have been His eternal silence. So many outrageous prayers, so much suffering and no reaction. On my long pilgrimage I wanted to seek God and at the end I find what I have despised about him for so long – nothing, silence and stillness. What a provocation! The ego is outraged, with a broad grin it calls out to me: What did I tell you? God is weak, he will not hear you! The shrill sound of this sentence tries to silence the silence. For me, Jerusalem was the great unknown in the equation of my pilgrimage. It was a tangle of forces that came to light in the silence of the moment. But where does the sacred lie? In this very silence. For me there is a difference between silence and silence. It is also here the resonance. Silence is deadly, because there is nothing living in it. That’s why we also say as a paraphrase of killing, to silence someone. Silence is a retreat from the noise of our lives to be able to breathe again. Yes we can regenerate, the soul needs time to rest. At the same time this silence is also the space of the greatest relationship with God. Because in silence we do not need to do anything. No recognizing, no searching, no exploring, only the presence is necessary. In this space of silence we are disarmed, because we can do nothing more and have no influence. It is that powerlessness that drove Jesus to the cross, the complete surrender before which the Holy is. For the silence no one is necessary, for the silence the presence is essential. The presence of pure being without need. My own being, my heart will still resonate with the eternal being of the Holy. The hearts of two lovers will meet and unite in the disempowered silence that does not allow any struggles. The heart of the Eternal Light is only waiting to connect with me in this silence. That is this dull background noise of the Holy, which I felt in the silence of the city. Along with the ego’s honky-tonk laughter, the cries of expectation and the tiredness of the spirit, I became aware of it. I cannot tell you today how to enter this space of silence. It is too unusual for me. The holy, God is also not a system that we can dispose of when we can dispose of it. That is why I will never be able to present a master plan. But I believe whoever wants to open up to this living, affectionate silence will be able to learn. For me it is the way of the unknown. The goal of my pilgrimage points me to the next path. So today I understand these (non-)experiences again as a pictorial sign of a reality. The city of Jerusalem, the destination where I wanted to find God, is like a symbol of my own heart. It is full of alleys, tangle and restlessness, yes, even the churches, which imprison the glory of glory through a constructed faith, are God’s answer to my search. It is as if he said to me: Give me space and silence and I will incline my heart towards you. You’re gonna share in me! This is the commandment of the hour, the access to the quiet chamber, as Jesus calls it, to (not) learn. To work less and be more. To make me powerless in the silence of the moment and receptive to the fullness of life. How? That will be a very personal answer from myself in practice.

The fullness of the possible

The third inspiration came from my return to Switzerland. We are being sent back. In many stories in the Bible where people have had amazing experiences with God, they have gone back to their old lives. The example of the shepherds in the Christmas story is one of them. It says that after they had seen the child, they returned to their flocks. (Luke 2; 20) With Moses it was even more extreme, he saw the promised land from Mount Nebo and stayed behind in the „old“. He never entered it. Also Simeon, who saw the Child Jesus in the temple, says: Lord, now you let your servant go (die) in peace, because my eyes have seen salvation. (according to Luke 2; 29-32) In the hour of revelation, no one had the idea of being able to hold on to the moment. The saint gives us light and sends us back into the darkness of the world. We cannot dispose of eternity. We can only receive it. And only what we have received, in it we are also able to distribute. It is that moment when the sacred tells us: Your faith has helped you. Now go and live by it. The realization of the awake eye and the connection with the divine space in the silence only become visible when we live it. Bring it to the outside. That is why I call this inspiration, the lived fullness. It is that power that makes us free to do God’s will. The will of God is never anything else than lived love. I have always thought that the great freedom lies in the possibilities. The more possibilities I get, the more free I am. But I have realized for my life that it is not so. The abundance of possibilities forces us to decide something. Yes, they command us to exhaust the possibilities. And in a very bizarre way, we are now slaves. They do not bring me the desired freedom my heart yearns for, but they confirm the ego in a horrible way. It tells me you must do something, even for your freedom. You must never rest! Thus the supposed freedom of possibility becomes a power-sapping imitation of abundance. The wisdom of abundance is that it surrounds us. Abundance is present in everything and through everything. So I understand the words of Solomon again when he says: There is nothing new under the sun. Sometimes there is a thing of which it is said: Look at this, this is something new – but this also existed already in the times before us. (1 Ecclesiastes 9+10) The wisdom of this text shows me that the fullness of the possible has always been there. It does not show itself in a short moment and fizzle out, but shows itself in the extent to which we allow it. In the fullness of the possible God shows Himself in another special way. When Jesus says that everything is possible for those who believe, then he is not talking about taking chances. Faith is not actionism. He is talking about the fullness that can be received, because nothing else means to believe. It is not a decision or a disciplined way of life but a receiving of the fullness. Discipline oppresses and kills our vitality. The one who learns to live from the fullness can give away what he has received. These are no longer dead words and deeds, but love poured into reality. The watchful eye and the silence can give us access to the fullness of life, from which we can give away the light of the Eternal into this world.

The vulnerable presence

So for me today the knowledge remains, God is not silent, he is still. That vitalizing silence that opens us. God is omnipresent, in the fullness of the possible, with an alert eye I can explore what the hour commands me. In all this I see God’s wooing me. To the extent that I allow it, the sacred will take its place. For this I may leave behind my stubbornness, my certainties, my answers and actionism and make my heart soft and vulnerable. Love is vulnerable, that is what makes her compassion stand out. The ego is untouchable, it cannot be touched. That is why I can only take away the one thing it lives on, the attention. In the book Herztöne the author Martin Schleske makes the appropriate statement, in which it says: God’s being is not vulnerable, but God’s presence is. To the extent that we are willing to allow ourselves to be formed, not by a template, but by lived relationships, in this power we will also bring the essence of God into the world. This is the light that should illuminate us. It is the vulnerable absence of God in the world that gives us authority and responsibility to what extent the Holy One can be realized in us.

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