Eh, mach mich mal locker!

Die letzten Tage war ich ein wenig sprachlos, wenn ich ehrlich zu mir bin. Denn das Ende der langen Zeit in der Türkei hatte ich mir ein wenig glorreicher vorgestellt. Das Ziel Mersin zu Fuss zu erreichen ging daneben und auch sonst lief es nicht mehr rund. Der Weg hat mich auf eine ganz besondere Etappe gebracht. Eine die für mich schwerer nicht sein kann.

Palmen in Mersin

Mission impossible

Eine Bilanz habe ich noch nicht erstellt, die meine Reise in Zahlen ausdrückt. Diese wären auch nur eine trügerische Wertung, von dem was mir diese Reise schenkt, ohne an den tiefen Kern zu kommen. Dennoch verfalle ich immer wieder in dieses Denken. Wieviele Kilometer und Höhenmeter ich geschafft habe ist mir auch noch nach 6 Monaten Reise wichtig. Und so sind für mich immer wieder die Kilometer, die ich nicht gelaufen bin, die schwersten von allen auf der Reise. Ich konnte mich bisher immer auf meine Kraft, meine Willenskraft und meinen Ehrgeiz verlassen, gepaart mit meinem Hang zu Diplomatie in den Beziehungen, sind das wohl die Kräfte die mein Leben geprägt hsben. Wenn ich da so in meine Ursprungsfamilie schaue, dann tun sich da natürlich Parallelen auf und es kommt nicht von ungefähr. Wir alle sind geprägt von Kindesbeinen an, auch wenn wir natürlich alle versuchen das Gute der Prägung zu erhalten und das hinderliche für uns zu verändern. Wenn an den gewohnten Strategien, die ich mir im Laufe des Lebens erarbeitet habe um ein gutes Leben zu führen, gerüttelt wird, dann ist es für mich immer besonders schmerzhaft. Ich habe euch auf dieser Reise schon einige Male von Tiefschlägen emotionaler Art berichtet, und tue das nicht aus Sensationsgründen oder um es dramatisch zu machen, sondern weil ich ehrlich von dem was ich erlebe berichten möchte. Der Weg nach Jerusalem macht mich besonders sensibel, wie ich empfinde, auf alles was mich umgibt. Darum ist er auch mit vielen Emotionen verbunden, die sich in meinem inneren angestaut haben oder wo ich erst jetzt bereit bin sie zu zulassen. Jeder geht seinen eigenen Weg und das gilt besonders beim Pilgern, auch wenn der Zielort der Gleiche ist. Ich möchte euch nun ein wenig Einblick geben in meine schwierigste Etappe die sich weniger im Aussen, als im Inneren gezeigt hat, die aber dennoch einer der wichtigsten war auf dem Weg. Vielleicht verstehst du manches nicht, weil du ähnliches nicht erlebt hast, oder aber in dir rührt sich Verbundenheit die dir zeigt, das Erlebte kann ich nachvollziehen. Wie auch immer, es ist ein Blick in My Way to Jerusalem, denn Weg den niemand zuvor gegangen ist.

Emotionen türmen sich

Mein Leuchter

Doch ich möchte euch zunächst noch etwas über meinen jetzigen Blick auf Gott veraten. Ich weiss, einige schalten bei diesem Wort ab, verständlich, denn er ist überstrapazierten und besonders häufig missbräuchlich verwendet worden. Vor einigen Wochen hat mir ein Freund, der mir auf der Reise sehr wichtig geworden ist eine Audiodatei gesendet mit einem Gespräch des Benediktiner-Mönchs David Rast. Einen kurzen Teil des Gesprächs ging es um das Licht, was wir gemeinhin Gott nennen. Er hat es an einem schönen Bild gezeigt, was mir auf dieser Reise wichtig geworden ist. Beim intereligösen Austauch ist es wichtig sich auf das Licht zu konzentrieren, auf dessen Suche sich die Menschen jeder Religion gemacht haben. Dabei sind unterschiedliche Traditionen entstanden, die zum Licht, dem ewigen Ursprung oder der Kraft führen. Wir neigen oft dazu uns auf die Leuchter zu konzentrieren (das Bild für unsere Traditionen) statt auf das Licht, was wir alle gemeinsam Suchen. Wir alle sind meiner Meinung nach spirituelle Menschen, die sich auf einer gewissen unvergleichlichen Art und Weise auf der Suche nach dem Licht sind. Also nenn deinen Gott, dein Licht und deine Kraft wie es für dich stimmt. Ich habe die christlichen Traditionen und dessen Verständnis sehr schätzen gelernt. Er ist für mich besonders wenn man sich nicht auf den Leuchter konzentriert sondern wirklich auf der Suche nach dem Licht ist. Darum verwende ich im meinem Texten auch oft Bilder aus der Bibel oder Worte die ich von der Tradition her kenne und schätzen gelernt habe. Ich lade dich ein, meine Texte als meinen Weg zum Licht zu interpretieren und die Erfahrungen mit deinem Verständnis vom Leben abzugleichen. Es geht nicht um Rechthaberei sondern um das gemeinsame Erleben. Es macht keinen Sinn, meine Texte religionsneutral zu schreiben, denn dann geht etwas von ihrer Authentizität verloren. Denn mein Weg ist am christlichen Leuchter entlang zum Licht, aber es ist sicher nicht die einzige Möglichkeit. Die Parallelen in Psychologie, unterschiedlichen Religionen und meinen christlich geprägten Erfahrungen sind mir auf dieser Reise nach Jerusalem immer wieder aufgefallen und deuten für mich auf das grosse Licht hin, was hinter jedem Glaubens- und Lebenskonstrukt steht. Es hat nicht jeder Recht, auch gibt es nicht viele Wahrheiten, doch für mich habe ich erkannt, dass es gut ist nicht zu glauben, dass mein Weg allein zum ewigen Licht führt. Ich kann von anderen lernen, so unterschiedlich ihr Erleben auch ist, und werde es in Resonanz bringen mit dem was ich erkannt habe. Denn wer bin ich, dass ich das Licht allein tragen sollte? Wie kann ich dann urteilen über andere Erfahrungen? Ich öffne dir mein Herz und verbreite keine Lehre, noch möchte ich belehrend sein.

Mein Leuchter existiert neben Anderen

Stillstand

Es gibt Schmerzen und Ängste die in mir immer wieder auftauchen. Auch ein paar Jahre Therapie oder das Gebet haben diese Ängste und Verletzungen nicht komplett auslöschen können. Es bleibt ein Prozess. Wie oft habe ich mir so wundersame Heilungen herbei gewünscht, wie sie in der Bibel beschrieben sind. Gerade noch blind und nun sehend, heisst es dort zum Beispiel. Auch auf metaphorischer Art ist das eher selten zu beobachten, denn wenn ich einen Blickwinkel im Leben einnehme und damit blind für andere Perspektiven bin, dann dauert es oft eine Weile bis ich sehenden Auges die anderen Facetten erkenne. Als in den letzten Tagen in der Türkei so gar nichts funktioniert, wie ich es mir gewünscht hatte, wurde ich immer wieder an verschiedene Punkte geführt, an denen ich mich machtlos fühlte und in denen sich mein ganzes Inneres gegen den Augenblick aufbäumt, obwohl es doch wusste, dass es nichts ändern kann. Das Wetter, Schnee und Starkregen haben mir ein paar Tage gekostet und der Flug über Syrien hinweg war gebucht. Kein Geld für Stornierung oder Zeit etwas zu ändern, denn irgendwann müssen wir nach Hause um wieder frisches Geld zu verdienen. Ein Bankautomat der meine EC-Karte zerstört, Kirchen die geschlossen sind und Anspannung führen mich ebenso an meine Grenzen. Ich bekomme es nun mit meiner eigenen Begrenztheit, meinem Sicherheitsbedürfnis und dem Druck mangels meiner Eigenliebe zu tun, alles Kinder meiner Angst die ich bereits kenne. Vielleicht geht es dir auch manchmal so, dass du innerlich kämpfe führst, die du schon oft auf ähnliche Weise geführt hast. Oder konntest du diese Urängste bereits besiegen? Ich zumindest nicht! Durch die Reise und die gewachsene Empfindsamkeit wird es sogar noch verstärkt. In Mersin liege ich an einem Abend im Bett und es schüttelt mich einfach, eine ganze Zeit lang. So etwas habe ich noch nie zuvor bei mir erlebt. Es war eine Achterbahnfahrt aus wirren Gedanken, kindlichem Schmerz und einem Verstand der immer eine Erklärung oder Lösung parat hat. Maria (meine Frau) ist für mich die beste Therapeutin die man sich wünschen kann, auch sie steckt zu diesem Zeitpunkt gerade in einer inneren Auseinandersetzung hilft mir immer wieder durch Fragen und ein paar Beobachtungen dem Emotionsungetüm auf die Spur zu kommen. Ich weiss schon ein klein wenig darüber, wie unsere Psyche funktioniert und habe in den letzten Jahren einiges auflösen können von dem inneren Ballast. Diese Erfahrungen sind in solchen Momenten sicher hilfreich. Oft bin ich dann einfach sprachlos von dem, was da an Trauer, Wut und Angst hervor kommt, obwohl ich mich doch ansonsten mit mir selber gut verbunden fühle. Sprachlos, wegen der Machtlosigkeit gegenüber dem riesigen Berg an aufgestauten Gefühlen.

Hochhäuser in Amman

Es fliesst – Bewegung

Immer wieder erfahre ich dabei, dass gerade diese Augenblicke am heilsamsten sind, auch wenn sie im Moment des Erlebens eher erschrecken. Durch Vermeidungstaktik drücke ich mich gern davor, aber irgendwann erwischt es mich dennoch und ich werde innerlich aufgewühlt. Doch genau dieses Aufwühlen ist immer wieder nötig um an die Wurzel meines Schmerzes zu kommen. Mit einem harten und festgefahren Boden ist das nur schwer möglich und meine Bemühungen einfach Gras drüber wachsen zu lassen ist auch nur eine zeitliche Lösung. Da stand ich nun, im wahrsten Sinne des Wortes. Äusserlich kam meine Reise zum Stillstand und innerlich türmten sich die Emotionen. Wie so oft diese beiden Welten sich gegenseitig ein Spiegelbild. So kann es nicht weiter gehen! Das dachte ich bei mir, nachdem ich eine weitere Gedankenspirale beendet hatte. Kaum ausgesprochen kommt mir der Text eines liturgischen Liedes von der Communauté des Taizé in den Sinn. Darin heisst es:

Schaut her ihr Gebeugten, und freut euch; ihr, die ihr Gott sucht: Euer Herz lebe auf! Denn der Herr sieht auch den Armen, und verachtet die Gefangenen nicht.

Text nach Psalm 69; 33-34

Ich habe mich schon oft gefragt, wie Menschen sich in „unmenschlichen“ Herausforderungen immer noch freuen können. In diesem Moment konnte ich es nachvollziehen, denn auf einmal wurde ich froh. Meine Emotionen begannen zu fliessen und wurden zu Gefühlen. Ich konnte wieder atmen. Der Schmerz war dadurch nicht weg, nein, doch der angestaute Berg an Ängsten begann sich zu bewegen. Schon oft habe ich davon gehört, dass die Energie fliessen muss, besonders wenn man schmerzhaftes verarbeiten muss. Meine Therapeuten und Maria haben mir das erklärt und auch in Büchern oder im Internet habe ich davon gelesen, und ich fand es auch immer logisch und nachvollziehbar. Doch bewusst erlebt habe ich es an diesem Tag. Doch was hat dieses Fliessen ausgelöst? Für mich war es das im Text erwähnte Schaut her und der Herr sieht! Allein das wahrnehmen meines Schmerzes, den ich so gern verdränge, bringt ihn in Bewegung. Gefühle die aufgestaut sind lähmen mich, doch wenn sich etwas bewegt wird es lebendig. Das ist einfache Psychologie, die sogar ich verstehe. Durch das bewusste Wahrnehmen meiner inneren Gefühlswelt kommt meine Energie zum fliessen und kann den Schmerz be-/verarbeiten. Für mich ist aber ein weiterer Aspekt wichtig geworden an diesem Abend, der über die Psychologie hinaus geht. Diese beschäftigt sich mit dem Jetzt auf dieser Erde aber bietet meist keine Perspektive über unser Leben hinaus. Dort kommt mein Glaube ins Spiel. Der Herr sieht – mein Schmerz in dem ich so oft gefangen bin ist aufgehoben in der Ewigkeit. Nenne es Gott, Kraft oder Universum, doch diese Perspektive ist mir in meinem Leben wichtig geworden. Allein zu begreifen, dass meine Ängste, meine Nöte und mein Leiden an dem was ist und was war, von Gott (dem ewigen Licht) gesehen werden, bringen meine Gefühle und meinen Geist in Bewegung. Die Blockade löst sich.

Der Weg ist frei

Der aufgelockerte Boden

Bin ich heute von alledem befreit? Vermutlich nicht! Heilung bleibt ein Prozess der mitunter ein Leben lang dauert. Doch mit jedem Aufgewühlt-Werden komme ich ein Stück tiefer in meine Seele. Sie beginnt zu atmen und der Geist des Lebens und der Geist des Trostes können wirken. Ein schönes Bild. Jeder Gärtner oder Bauer wird wissen wie wichtig ein lockerer Boden für gute Früchte ist. Wenn ich dieses Bild bedenke komme ich noch auf einen weiteren Gedanken. Nicht nur für Heilung ist der Prozess des Aufwühlens wichtig sondern auch für meinen Glauben. Wie oft verhärten sich bestimmte Vorstellungen von Gott in meinem Herzen und machen es unmöglich neue fruchtbare Erkenntnisse zu gewinnen. Ein hartherziger Geist ist nicht offen für neue Impulse. Aus Angst, dass seine Welt auf den Kopf gestellt wird, planiert er den Boden und verhindert so jede neue Idee zum Leben zu erwecken. Ich konzentriere mich auf meinen Leuchter (siehe oben) statt auf das ewige Licht. Auch hier kommt es zum Stillstand, denn der Glaube wird in eine endgültige Form gegossen und damit zerstört. Für mich ist Glaube eine lebendige Dynamik zwischen mir und dem Licht. Eine Beziehung. Jeder Starrsinn macht eine Beziehung kaputt, den man lässt sich nichts mehr sagen. Das Gegenüber kann dich nicht mehr dazu bewegen, neue Wege zu gehen. So denke ich auch über dem Erlebten in der Türkei an meinen eigenen Glauben. Wieviel Starrsinn hat mein Herz hart werden lassen? Eh mach dich mal locker! – bekommt so gesehen eine interessante Bedeutung.

Luft ran lassen

Die Weisheit

Der König Salomon hat einen Wunsch frei, diesen will Gott ihm erfüllen. Und der König wünscht sich Weisheit! So heisst es in einer Geschichte der Bibel. Für mich war das immer absurd, auf diesen Wunsch wäre ich nie gekommen. Was würdest du dir wünschen? Selbst wenn ich der Versuchung widerstehen könnte mir Reichtum zu wünschen, dann wäre vielleicht Liebe oder Erfüllung Dinge gewesen die ich Gott genannt hätte. Aber Weisheit? Doch auf dieser Reise habe ich gelernt wieviel ich von dieser Welt und der Zukünftigen noch nicht verstehe. So ist dieser Wunsch nach Weisheit immer mehr auch zu meinem Wunsch geworden. Ich verstehe Weisheit heute so, dass man einen Blick hinter das Sein und Werden dieser Welt bekommt. Man begreift das Wesentliche hinter diesem Leben, was nicht zwingend mit Wissen oder Klugheit zusammenhängt. Die Weisheit schliesst das Undenkbare und die Ewigkeit in seine Handlungen mit ein. Damit ist sie offener und für Gott und das Licht als die klugen Köpfe dieser Welt. Wer Weise sein will, braucht also auch einen lockeren und luftigen Boden, damit der Same von neuen Einsichten gedeihen kann. Ich wünschte mir die Weisheit Salomos die einem starren Glauben nicht zulassen würde.

Nicht Salomon aber trotzdem Weise

Heute sitze ich während ich den Text schreibe in Amman in Jordanien. Das Flugzeug hat mich hier her gebracht, weil der Krieg in Syrien ein weiter kommen zu Fuss unmöglich macht. Auch hier gibt mir der Weg ein Bild von meinem inneren Prozess. Ich konnte meinen Schmerz und meinen Starrsinn zurück lassen. Vielleicht nicht für immer, aber für den Moment. Es ist wie ein Exodus, eine Befreiung die wichtig ist um in das verheissene Land zu kommen. Es wird vielleicht anders sein als ich es mir heute vorstelle, aber ich möchte lebendig und offen bleiben für das was mich erwartet. Die kommenden zwei Wochen im gelobten Land sollen mich in Bewegung bringen und mein Leben bereichern. Es warten noch viele Konfrontationen mit meinem Urängsten auf mich, doch will ich lernen sie zu schätzen, denn sie lockern den Boden meines Lebens, das der Geist der Liebe darin wirken kann. Gott schenke mir und dieser Welt alle Weisheit dazu.

Gucken was dahinter steckt


English Translation

Eh relax me

The last few days I’ve been a little speechless, if I’m honest with myself. Because I had imagined the end of the long time in Turkey to be a little more glorious. The goal to reach Mersin on foot went wrong and things didn’t go well in other respects either. The journey has brought me to a very special stage. One that could not be any harder for me.

Mission impossible

I have not yet drawn up a balance sheet that expresses my journey in figures. These would be only a deceptive evaluation of what this journey has given me, without getting to the deepest core. Nevertheless I fall into this thinking again and again. How many kilometers and meters of altitude I have managed is still important to me after 6 months of travel. And so for me, the kilometres that I did not run are always the hardest of all on the journey. I have always been able to rely on my strength, my willpower and my ambition, coupled with my penchant for diplomacy in my relationships, these are the forces that have shaped my life. When I look at my family of origin, parallels naturally open up and it is no coincidence. We all have been shaped from childhood on, even though we all try to keep the good of the imprinting and to change the obstructive for us. If the usual strategies that I have worked out in the course of my life to lead a good life are shaken, then it is always especially painful for me. On this journey I have already told you several times about deep hits of an emotional nature, and I am not doing this for sensational reasons or to make it dramatic, but because I honestly want to report what I experience. The journey to Jerusalem makes me especially sensitive, as I feel, to everything that surrounds me. That is why it is also connected with many emotions that have accumulated in my inner being or where I am only now ready to allow them. Everyone goes his own way and this is especially true for pilgrims, even if the destination is the same. I would now like to give you a little insight into my most difficult stage, which was not so much on the outside as on the inside, but which was nevertheless one of the most important ones on the way. Maybe you don’t understand some things because you have not experienced something similar, or maybe you feel a connection within you that shows you, I can understand what I experienced. Either way, it is a view in My Way to Jerusalem, because the way nobody has gone before.

My candlestick

But first I would like to tell you something about my present view of God. I know that some people turn off at this word, understandably so, because it has been overused and especially often misused. A few weeks ago a friend of mine, who has become very important to me on this journey, sent me an audio file with a conversation of the Benedictine monk David Rast. A short part of the conversation was about light, what we commonly call God. He showed it in a beautiful picture, what has become important to me on this journey. In the inter-eligal exchange it is important to focus on the light that people of every religion have been searching for. Different traditions have been created that lead to the light, the eternal origin or power. We often tend to focus on the candlesticks (the image for our traditions) rather than on the light that we all seek together. In my opinion, we are all spiritual people who are searching for the light in a certain incomparable way. So call your God, your light and your power as it is right for you. I have come to appreciate the Christian traditions and their understanding. It is especially for me when you are not concentrating on the candelabra but are really in search of the light. That’s why I often use pictures from the bible or words that I know and have learned to appreciate from the tradition. I invite you to interpret my texts as my way to the light and to compare your experiences with your understanding of life. It is not about being right, but about experiencing together. It makes no sense to write my texts in a religion-neutral way, because then something of their authenticity is lost. For my path is along the Christian candlestick to the light, but it is certainly not the only possibility. The parallels in psychology, different religions and my Christian-influenced experiences have struck me again and again on this journey to Jerusalem and point for me to the great light that stands behind every construct of faith and life. Not everyone is right, nor are there many truths, but for me I have realized that it is good not to believe that my path alone leads to the eternal light. I can learn from others, no matter how different their experiences are, and I will bring it into resonance with what I have recognized. For who am I that I should carry the light alone? How can I then judge other experiences? I open my heart to you and I do not teach, nor do I wish to be instructive.

The Wisdom

King Solomon has one wish, and God wants to grant it. And the king desires wisdom! So says a story in the Bible. For me it was always absurd, I would never have thought of that wish. What would you wish for? Even if I could resist the temptation to wish for wealth, then maybe love or fulfillment would have been things I would have called God. But wisdom? But on this journey I have learned how much I still do not understand about this world and the world to come. So this wish for wisdom has more and more become my wish as well. I understand wisdom today in such a way that one gets a glimpse behind the being and becoming of this world. One understands the essence behind this life, which is not necessarily related to knowledge or wisdom. Wisdom includes the unthinkable and eternity in its actions. Thus it is more open and for God and the light than the wise minds of this world. Whoever wants to be wise, therefore, also needs a loose and airy ground so that the seed of new insights can flourish. I wished for the wisdom of Solomon which would not allow a rigid faith.

Today I am sitting in Amman in Jordan while I write the text. The plane brought me here because the war in Syria makes it impossible to get further on foot. Also here the way gives me a picture of my inner process. I could leave my pain and my stubbornness behind. Maybe not forever, but for the moment. It is like an exodus, a liberation that is important to get to the promised land. It may be different than I imagine it to be today, but I want to stay alive and open for what awaits me. The next two weeks in the promised land should get me moving and enrich my life. Many confrontations with my primal fear are still waiting for me, but I want to learn to appreciate them, because they loosen the ground of my life, which the Spirit of Love can work in. May God give me and this world all wisdom for this.